Nach Champions-League-Aus: Barça im Jammermodus - Raphinha droht UEFA-Verfahren
Für Hansi Flick und den FC Barcelona war im Viertelfinale der Champions League Endstation. Das 2:1 beim Rückspiel gegen Atlético Madrid reichte nach der 0:2-Hinspielniederlage nicht zum Weiterkommen. Doch während Trainer Flick auf Deeskalation setzte, lieferte Stürmer Raphinha nach der Partie einen bemerkenswerten Auftritt, der nun ein sportjuristisches Nachspiel nach sich ziehen könnte.
Flicks Schweigsamkeit kontra Raphinhas Wutausbruch
Hansi Flick zeigte sich nach dem Ausscheiden weise und zurückhaltend. Auf Fragen zur Leistung von Schiedsrichter Clément Turpin antwortete der 61-jährige Trainer: „Es ist vielleicht gut für euch, wenn ich darüber rede. Aber ich will es nicht.“ Der Franzose Turpin hatte im Spiel zwei umstrittene Entscheidungen per Videobeweis getroffen: ein Tor von Barcelona wurde zurückgenommen und Eric Garcia sah in der 79. Minute die Rote Karte. „Ich kann es nicht ändern. Ich muss es akzeptieren“, kommentierte Flick die korrekten, aber für Barça nachteiligen Entscheidungen.
Ganz anders reagierte der verletzungsbedingt pausierende Stürmer Raphinha. Der 29-jährige Brasilianer ließ seiner Wut freien Lauf und bezeichnete das Spiel gegenüber Medienvertretern als „gestohlenes Spiel“. „Die Schiedsrichterleistung war sehr schlecht“, kritisierte Raphinha und provozierte damit nicht nur die Atlético-Fans, sondern möglicherweise auch die UEFA-Disziplinarkommission.
Drohendes UEFA-Verfahren gegen Barça-Star
Raphinhas Äußerungen könnten den Angreifer teuer zu stehen kommen. Der Brasilianer verstieß mit seinen kritischen Worten gegen Artikel elf der Disziplinarregeln der UEFA. Ein Präzedenzfall existiert bereits: Sein Landsmann Neymar wurde 2019 für drei Spiele gesperrt, nachdem er Schiedsrichterentscheidungen bei Instagram scharf kritisiert hatte. Der Internationale Sportgerichtshof Cas reduzierte die Sperre später auf zwei Spiele.
Für Raphinha bedeutet dies konkret:
- Ein formelles Verfahren der UEFA-Disziplinarkommission
- Mögliche Sperren für kommende Europapokal-Spiele
- Finanzielle Sanktionen als zusätzliche Konsequenz
Der Stürmer kritisierte insbesondere die ruppige Gangart der Madrilenen: „Atlético beging – ich weiß nicht wie viele – Fouls und er zeigte ihnen keine Gelben Karten.“ Die Foul-Bilanz sprach tatsächlich mit 15:8 für Atlético, doch auch Barcelona blieb nicht untadelig: Gavi erhielt Gelb nach einem Ellbogenschlag, der Gegenspieler Matteo Ruggeri eine Platzwunde zufügte.
Flicks Fokus liegt nun auf der Meisterschaft
Während sich Raphinha mit möglichen Konsequenzen auseinandersetzen muss, konzentriert sich Hansi Flick voll auf die verbleibende Saison. Nach dem Aus in Champions League und Pokal bleibt nur noch die Meisterschaft als möglicher Titel. „Das nächste Ziel ist der Gewinn der Liga, und wir sind auf dem besten Weg dahin“, betonte der frühere Bundestrainer.
Die Ausgangslage ist vielversprechend:
- Neun Punkte Vorsprung vor Verfolger Real Madrid
- Noch sieben ausstehende Spiele in der Liga
- Positives Medienecho trotz des Europapokal-Aus
Die katalanische Presse zeigte sich nach der Niederlage gegen Atlético Madrid versöhnlich. Die Zeitung „Sport“ analysierte: „Der Deutsche ist seiner fußballerischen Idee treu geblieben.“ „Mundo Deportivo“ bezeichnete die Leistung der Spieler sogar als „heldenhaft“.
In der vergangenen Saison hatte Flick mit Barcelona das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Supercup gewonnen. Die Königsklasse blieb den Katalanen jedoch seit 2015 verwehrt – eine Durststrecke, die sich nun um mindestens ein weiteres Jahr verlängert.



