João Fonseca: Brasiliens Tennis-Hoffnung rockt die BMW Open in München
João Fonseca: Brasiliens Tennis-Hoffnung in München

João Fonseca: Brasiliens Tennis-Hoffnung rockt die BMW Open in München

João Fonseca (19) gilt als eines der größten Talente im Welttennis und begeistert aktuell als Teenie-Schwarm der Szene bei den BMW Open in München. Im Achtelfinale am Aumeister besiegte er am Mittwoch den Franzosen Arthur Rinderknech (30) mit 6:3, 6:2 und steht nun im Viertelfinale, wo er auf Vorjahresfinalist Ben Shelton (23/USA) oder den Belgier Alexander Blockx (21) treffen wird.

Der Druck der Vergleiche mit Tennis-Legenden

Was Fonseca zu Beginn seiner Karriere erlebt, kennen viele aufstrebende Talente aus Deutschland oder Serbien. Nach guten Leistungen werden sie schnell als neuer Boris Becker oder nächster Novak Djokovic gehandelt. In Brasilien sehen Experten und Fans in ihm den potenziellen Nachfolger von Gustavo Kuerten, der dreimal die French Open gewann und Weltranglistenerster war. Seit Kuertens Rücktritt 2008 wartet das Land sehnsüchtig auf einen neuen Tennis-Star.

„Guga ist nicht nur das Idol der Brasilianer, die sich für Tennis interessieren, er ist ein Idol für die ganze Nation. Wegen seines Charismas und der Art und Weise, wie er Brasilien repräsentierte“, erklärt Fonseca über seinen Landsmann. Der junge Spieler ist sich der Schwere dieser Last bewusst und betont: „Eigentlich bin ich kein Fan dieser Vergleiche. Ich werde meine eigene Geschichte schreiben.“

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Höhen und Tiefen einer jungen Karriere

Nach ersten Erfolgen und dem Aufstieg auf Rang 24 Ende 2025 lastete großer Druck auf dem Südamerikaner. Bei Grand-Slam-Turnieren kam er bisher nicht über die dritte Runde hinaus – was in seinem Alter von 19 Jahren jedoch nicht ungewöhnlich ist. Im vergangenen Jahr gewann er seine ersten beiden ATP-Titel in Buenos Aires auf Sand und in Basel auf Hartplatz.

Fonseca wuchs nur zehn Minuten vom ATP-Turnier in Rio de Janeiro entfernt auf und war als Kind regelmäßiger Zuschauer. Nun spielt er gegen die Stars, die er damals bewunderte. In den vergangenen Wochen hatte er allerdings Pech mit den Auslosungen: In Indian Wells traf er im Achtelfinale auf Jannik Sinner, in Miami in der zweiten Runde auf Carlos Alcaraz und in Monte Carlo im Viertelfinale auf Alexander Zverev – die aktuell drei besten Spieler der Welt.

Selbstkritik und Zukunftsperspektiven

„Sie können solche Matches gut handeln, die wichtigen Punkte machen. Gegen sie zu spielen heißt, dass du die kleinen Dinge und die wichtigen Punkte nicht machst. Die musst halt du machen. Ich hatte die Chancen, aber ich habe sie nicht genutzt. Aber solche Matches sind wichtig für meine Entwicklung als Spieler“, analysiert Fonseca selbstkritisch.

Der Brasilianer identifiziert klar, was er verbessern muss: „Die Konstanz von Woche zu Woche fehlt. Diese Woche erste Runde raus, nächste Woche Finale, da muss ich noch die Balance finden. Ich muss zudem eine Lösung suchen, auch zu gewinnen, wenn ich nicht gut spiele.“

Bei anderen Turnieren in dieser Saison musste Fonseca den Koffer oft früh wieder packen. Dass er dennoch auf Position 35 der Weltrangliste steht, ist bemerkenswert. „Mein Traum ist es, die Nummer 1 der Welt zu werden, Grand-Slam-Titel zu gewinnen und Geschichte für Brasilien zu schreiben“, sagt er mit Überzeugung. „Ich habe noch einen langen Weg vor mir, aber gleichzeitig denke ich, dass es möglich ist.“

Anerkennung von der Weltspitze

Alexander Zverev zeigt sich beeindruckt: „Alcaraz hat in dem Alter von Fonseca schon herausgestochen. João ist aber ein guter Tennisspieler. Der kann schon was.“ Die Anerkennung der etablierten Stars bedeutet dem jungen Brasilianer viel.

Fonseca merkt deutlich, wie sich sein Leben durch den wachsenden Ruhm verändert hat: „Mein Leben hat sich verändert. Nicht meine Persönlichkeit, aber das Außen herum. Viel mehr Menschen, die mir folgen, und so viel mehr Leute, die mich kennen. Als meine Eltern zu mir kamen, sagten sie: ‚Du weißt nicht, wie es in Brasilien ist. Die Leute kennen dich.‘“

Diese neue Bekanntheit als Chance zu nutzen und nicht als Bürde zu empfinden, wird eine der größten Herausforderungen für den 19-Jährigen sein. Bei seiner Premiere in München zeigt er bereits, dass er das Zeug hat, die Tenniswelt nachhaltig zu prägen.

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