ARD und ZDF zeigen erstmals Werbung während WM-Spielen
Die Fußball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 bringt eine Neuerung mit sich, die nicht nur die Spieler betrifft. Aufgrund der erwarteten Hitze führt die FIFA bei allen Spielen verpflichtende Trinkpausen ein. Diese Unterbrechungen werden in der 22. und 67. Spielminute für jeweils drei Minuten eingeplant – unabhängig von der tatsächlichen Temperatur.
Neue Werbezeiten für TV-Sender
Diese Pausen eröffnen den Fernsehsendern erstmals die Möglichkeit, während der laufenden Spiele Werbung zu zeigen. Allerdings gibt es strenge Regeln: Ein Werbeblock darf frühestens 20 Sekunden nach dem Pfiff des Schiedsrichters beginnen und muss spätestens 30 Sekunden vor Spielwiederbeginn enden.
Beide öffentlich-rechtlichen Sender, ARD und ZDF, nutzen diese neue Möglichkeit. Das ZDF bietet einen sogenannten „Exklusivblock im Vollbild von etwa 90 Sekunden Länge“ an. Die Preisgestaltung zeigt, wie wertvoll diese Werbezeiten sind.
Preise bis zu 17.825 Euro pro Sekunde
Für Trinkpausen bei nicht-deutschen Spielen ab 6 Uhr morgens verlangt das ZDF bereits 1.200 Euro pro Werbesekunde. Bei einem Abendspiel mit Portugal am 17. Juni um 19 Uhr steigt der Preis auf 3.650 Euro pro Sekunde ab 19.20 Uhr.
Die Höchstpreise werden jedoch für mögliche Spiele mit deutscher Beteiligung aufgerufen. In einem Sechzehntelfinale mit Deutschland würden 17.825 Euro pro Sekunde fällig. Ein 20-Sekunden-Spot käme dann auf stolze 356.500 Euro. Die Mindestspotlänge beträgt 15 Sekunden.
Das ZDF erklärt dazu: „Der Exklusivblock wird umrahmt von Bumpern und fußballaffinen Mainzelmännchen.“ Interessant ist, dass diese Werbung im Spiel sogar teurer ist als der begehrte „Golden Spot“ direkt vor dem Anpfiff, der im Abendspiel mit 3.175 Euro pro Sekunde zu Buche schlägt.
ARD verkauft „Cooling Break Paket“
Auch die ARD hat die neuen Werbemöglichkeiten bereits genutzt. Der Sender bot ein „Cooling Break Paket“ mit sechs Spots an, das bereits verkauft wurde. Der Preis lag bei 600.000 Euro für jeweils 30 Sekunden lange Spots, was einem Sekundenpreis von 3.000 bis 3.400 Euro entspricht.
Laut ARD darf der Werbeblock maximal 80 Sekunden lang sein. Beide Sender müssen sich an die gesetzlichen Vorgaben halten: Pro Tag dürfen sie durchschnittlich 20 Minuten Werbung ausstrahlen, und nach 20 Uhr ist Werbung grundsätzlich untersagt.
Diese Neuerung markiert einen bedeutenden Wandel in der Übertragungspraxis großer Sportevents im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und zeigt, wie kommerzielle Interessen auch bei prestigeträchtigen Veranstaltungen wie der Fußball-Weltmeisterschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen.



