1860 München legt Einspruch gegen Zwangsabstieg ein
Der TSV 1860 München hat den letzten Strohhalm ergriffen und Beschwerde beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) gegen den Zwangsabstieg aus der Dritten Liga eingelegt. Wie BILD erfuhr, erfolgte dies in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Der DFB wird zeitnah vor dem DFB-Bundesgericht eine mündliche Verhandlung ansetzen und darüber entscheiden, ob der Nachweis des Geldes über 2,3 Millionen Euro, das Investor Hasan Ismaik bereitgestellt haben soll, doch gilt.
Die KGaA muss diese Beschwerde nicht nur einreichen, um die letzte juristische Möglichkeit auszunutzen, sondern auch im Fall einer möglichen Insolvenz belegen zu können: Es wurde alles versucht. Fakt ist: Die Aussicht auf einen Erfolg der Beschwerde sehen Sportrechtler als sehr gering an. Sollte der DFB dennoch im Sinne der Löwen entscheiden, geht das 1860-Vollchaos weiter.
Mögliche Folgen bei Erfolg der Beschwerde
Sollte der DFB zugunsten von 1860 entscheiden, müsste der ablösefreie Transfer von Sean Dulic (21, zu Hoffenheim), der schon fix vermeldet wurde, entweder rückabgewickelt oder eine Ablöse fällig werden. Die Kündigung von Hauptsponsor „Die Bayerische“ würde ihre Gültigkeit verlieren (Sonderkündigungsrecht nur im Fall von 4. Liga), die verkauften Dauerkarten hingegen (rund 8000 Stück) würden ihre Gültigkeit behalten.
Streit mit Investor Ismaik geht weiter
Die Streitereien mit Ismaik gehen ebenfalls weiter: Denn nach wie vor steht die Kündigung des Kooperationsvertrags vom 4. Juni im Raum. Der Vertrag regelt, dass das Spielrecht (das beim Verein liegt) an die KGaA übertragen wird. Wie der Verein in diesem Fall entscheiden würde, ist offen. Ismaik und sein Star-Anwalt Dr. Peter Gauweiler (76, Ex-CSU-Staatsminister) könnten dagegen Rechtsmittel einlegen und auf Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft klagen.
Alternative: Regionalliga ohne KGaA
Entscheidet der DFB, dass das Versäumen der Ausschlussfrist (4. Juni, 17 Uhr) bestehen bleibt, dann haben die Löwen zumindest in einer Sache Klarheit: Es wird dann keinen Profi-Fußball in der kommenden Saison geben. Über den Plan, ohne die KGaA (an der Ismaik weiterhin 60 Prozent der Anteile hält), dafür mit einer vom Verein gegründeten Gesellschaft in der Regionalliga zu starten, soll am Sonntag auf der Mitgliederversammlung abgestimmt werden. Präsident Gernot Mann (56) und Co. brauchen dafür eine Dreiviertel-Mehrheit der Mitglieder. In fünf Wochen (24. Juli) startet die Saison in der 4. Liga – doch über Fußball redet bei 1860 aktuell niemand.



