TSV 1860: Fanartikel-Firma mahnt erneut Fans ab - Präsidium kritisiert Vorgehen
1860-Fans erneut abgemahnt - Präsidium kritisiert Merchandising-Firma

Erneute Abmahnungen gegen 1860-Fans sorgen für interne Spannungen

Die Fanartikel-GmbH des TSV 1860 München, die vollständig dem Investor Hasan Ismaik gehört, hat offenbar erneut Löwen-Fans abgemahnt. Während Vereinspräsident Gernot Mang und Geschäftsführer Manfred Paula das Vorgehen scharf kritisieren, relativiert der neue Merchandising-Boss Valentin Pusnava die Vorwürfe.

Präsidium verurteilt "rechtsgrundlose" Abmahnungen

In einer offiziellen Pressemitteilung vom Mittwoch äußerten das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. und die Geschäftsführung der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA "große Sorge" über die jüngsten Abmahnungen. Diese seien durch eine von der Merchandising-GmbH beauftragte Rechtsanwaltskanzlei gegen Fans ergangen, die Fanartikel mit 1860-Bezug wie Pins, Aufnäher oder Sticker auf Plattformen wie eBay zum privaten Verkauf angeboten hätten.

"Wir stellen unmissverständlich klar: Diese Abmahnungen entbehren einer rechtlichen Grundlage", erklärten Mang und Paula. Die Merchandising-Firma sei "nicht aktiv legitimiert", da Lizenzinhaber der Marken die KGaA sei und das Merchandising-Unternehmen lediglich Lizenznehmer. Eine entsprechende Legitimation sei "zu keinem Zeitpunkt eingeräumt" worden.

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Die Vereinsführung verwies auf ein Verfahren vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth aus dem Jahr 2019, bei dem Fans in einem ähnlich gelagerten Fall freigesprochen worden waren. Die spalterischen Abmahnungen sollen nun "sofort eingestellt" werden, denn "die Löwenfamilie lebt vom Miteinander".

Merchandising-Firma relativiert Vorwürfe

Die TSV 1860 Merchandising GmbH, die seit April 2025 von Valentin Pusnava als Geschäftsführer geleitet wird, veröffentlichte am Nachmittag eine Stellungnahme. Darin heißt es: "Es ist unzutreffend, dass Personen für den privaten Verkauf von Fanartikeln abgemahnt werden. Ein Tätigwerden kommt ausschließlich bei eindeutig gewerblichem Handeln in Betracht."

Die rechtliche Bewertung erfolge durch eine auf Markenrecht spezialisierte Kanzlei. Private Sammler oder gelegentliche Weiterverkäufe aus persönlichem Besitz seien "ausdrücklich nicht Gegenstand unseres Handelns". Etwaige Markenverletzungen würden vor jedem Tätigwerden zusätzlich von der KGaA geprüft und freigegeben.

Die Merchandising-Firma zeigte sich kritisch gegenüber dem öffentlichen Vorstoß der KGaA und betonte, Differenzen sollten "intern und professionell geklärt werden".

Historische Parallelen zur Ära von Anthony Power

Das aktuelle Vorgehen erinnert an die Ära von Anthony Power, der als Statthalter von Investor Hasan Ismaik und Geschäftsführer der Merchandising-GmbH bei den 1860-Anhängern teils als polarisierende Reizfigur galt. Bereits in der Vergangenheit war es mehrfach zu ähnlichen Abmahnungen gegen Fans gekommen.

Die aktuelle Situation zeigt erneut die Spannungen innerhalb des Vereins, bei dem die Merchandising-GmbH zwar formal zum Verein gehört, aber vollständig von Investor Ismaik kontrolliert wird. Während die Vereinsführung das Gemeinschaftsgefühl betont, beharrt die Merchandising-Firma auf ihren markenrechtlichen Ansprüchen.

Die unterschiedlichen Positionen von Präsidium, KGaA-Geschäftsführung und Merchandising-Unternehmen verdeutlichen die komplexen Machtverhältnisse beim TSV 1860 München, wo der Einfluss des Investors Hasan Ismaik weiterhin für Diskussionen sorgt.

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