Baum: „Ich habe keine Spielphilosophie“ – Überraschende Aussagen des FCA-Trainers
Baum: Keine Spielphilosophie – Überraschende Aussagen

FC Augsburg-Trainer Manuel Baum (46) hat im Interview mit SPORT BILD überraschende Einblicke in seine Trainingsphilosophie gegeben. „Ich habe keine Spielphilosophie“, sagte Baum und sorgte damit für Verwunderung. Der 46-Jährige übernahm im Dezember 2025 interimistisch von Sandro Wagner und führte den FCA auf Platz neun.

Baums Safari-Erlebnisse und Familienleben

Baum berichtete von einem Safari-Urlaub in Tansania während der Pfingstferien. „Wir hatten als Familie schon länger den Traum, den Tieren nicht im Zoo, sondern in freier Wildbahn zu begegnen“, erklärte er. Besonders beeindruckend sei die Begegnung mit einem Löwen und einer Elefantenherde gewesen. „Da denkst du, dass bald einer mit dem Rüssel in den Wagen hineinkommen könnte“, lachte Baum. Auf die Frage nach einer verlorenen Wette gegen seine Tochter, die ihn zur Zahlung einer Reitbeteiligung verpflichtete, meinte Baum: „Was das Pferd betrifft, gehen meine Aufgaben nicht über den Fahrdienst zum Stall hinaus. Aber ich miste ab und zu mal den Stall unserer beiden Hasen zu Hause aus.“ Selbst in den Sattel steigen wolle er nicht: „Ich glaube nicht, dass ich es irgendjemandem zumuten kann, mich auf dem Pferd sitzen zu sehen.“

Keine Spielphilosophie – aber ein klares Ziel

Baum erinnerte sich an sein erstes Gespräch mit dem Mannschaftsrat im Dezember. „Die erste Frage an mich lautete: ‚Was ist Ihre Spielphilosophie, wie wollen Sie denn Fußball spielen?‘ Dann habe ich ihnen gesagt, ich habe keine. Die Spieler waren komplett verdutzt“, so Baum. Seine Antwort: „Wenn du das Spiel gewinnen willst, musst du ein Tor mehr schießen als der Gegner. Wir bauen das stärkenorientiert so, dass ihr im Idealfall gar nicht mehr merkt, dass eine große Spielidee dahintersteckt.“ Der Plan ging auf: Der FCA landete auf Platz neun. Für die neue Saison strebt Baum eine Top-10-Platzierung an, betont aber: „Ich denke wirklich nicht in diesen Sphären. Wir werden ambitioniert bleiben und versuchen, im nächsten Jahr noch besser zu werden – ohne es nur an der Tabelle festzumachen. Dazu gehört vor allem auch die Einbindung und Entwicklung von jungen Spielern, aber auch eine aktive Spielweise, die den Menschen Freude bereitet.“

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Jugendförderung als Schlüssel

Baum setzt vermehrt auf junge Talente wie Mert Kömür (20) und Noahkai Banks (23). „Was Noki und Mert für eine Entwicklung genommen haben, ist wirklich der Wahnsinn. Die beiden sind mit 23 beziehungsweise 28 Einsätzen schon gestandene Bundesliga-Spieler“, lobte Baum. „Der Anspruch von ihnen muss sein, dass sie nächste Saison 34 von 34 Spielen machen. Darauf müssen sie hinarbeiten.“ Auf die Frage, ob er einen Abgang der Talente befürchte, antwortete Baum pragmatisch: „Es gehört zu unserer Strategie, Spieler weiterzuentwickeln und ihnen dann zu ermöglichen, woanders den nächsten Karriereschritt zu machen, wenn sie ein gewisses Niveau erreicht haben und der Wechsel für alle Seiten passt. Mich freut es, wenn es irgendwann mal so weit ist. Mich freut es aber genauso, wenn beide nächste Saison noch da sind.“

WM-Experte und taktische Trends

In der Sommerpause arbeitet Baum als Taktik-Experte für MagentaTV bei der WM. „Ich will mich immer weiterentwickeln und schauen, ob ich noch irgendwas für Augsburg mitnehmen kann. Für mich ist das eine Art Fortbildung, die mir einfach Spaß macht“, erklärte er. Zu den Trends bei der WM sagte Baum: „Auf der individuellen Ebene merkt man, dass die Spieler immer besser werden, athletisch, technisch, taktisch. Das ist schon brutal. Man sieht, dass die Top-Mannschaften ganz viele Flügelstürmer haben, die dann obendrein auch noch fußverkehrt spielen. Das heißt, dass ein Rechtsfuß links und ein Linksfuß rechts spielt. Früher hat man immer gelernt zu hinterlaufen, jetzt vorderläuft man auf einmal.“

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