Alexander Zverev (29) hat nach langem Warten sein erstes Viertelfinale in Wimbledon erreicht. Der French-Open-Sieger besiegte den Tschechen Jiri Lehecka (24) und zog damit in die Runde der letzten Acht ein. Nach dem Match schlenderte der Hamburger mit seinem Manager Sergey Bubka junior (39) in den Players Garden des All England Lawn Tennis & Croquet Clubs. Mit einem grünen T-Shirt, das gegen die strenge weiße Kleiderordnung in Wimbledon verstieß, und einem locker über die Schulter geworfenen Handtuch stellte er sich an eine offene Bürotür, wo ein Fernseher das WM-Spiel Argentinien gegen Ägypten übertrug.
Zverevs Freude über den Einzug ins Viertelfinale
„Ich bin endlich das erste Mal im Viertelfinale von Wimbledon“, sagte Zverev sichtlich erleichtert. Als Reporter ihm mitteilten, dass Argentinien nach einem 0:2-Rückstand ausgeglichen hatte, staunte er ungläubig: „Was? Eben stand es doch noch 2:0 für Ägypten?!“ Der bekennende Bayern-Fan, der auch dem HSV und AS Monaco nahesteht, verfolgte die letzten fünf Minuten der Nachspielzeit gebannt. Naomi Osaka, die gerade aus dem Turnier ausgeschieden war, kam vorbei, ohne den Bildschirm zu beachten. Nach dem Schlusspfiff drehte sich Zverev emotionslos um und verschwand in Richtung Kabinen.
Nächste Herausforderung gegen Angstgegner Taylor Fritz
Bereits am Mittwoch trifft Zverev auf seinen Angstgegner Taylor Fritz (28). Die vergangenen sieben Partien gegen den Amerikaner hat er verloren, darunter die erste vor zwei Jahren in Wimbledon, als er aufgrund einer Knieverletzung in der dritten Runde aufgeben musste. „Das letzte Match in Halle nehmen wir mal raus, da hatte ich Probleme mit dem Zucker. Die anderen Male hat er einfach besser gespielt. So einfach ist das manchmal“, erklärte Zverev. „Ich fühle mich, als wäre ich in besserer Form. Ich glaube, ich kann gewinnen.“ Fritz hat in dieser Saison bereits zwei Rasenfinals erreicht, in Stuttgart und in Halle, die er beide verlor. Zverev ist optimistisch: „Ich habe hier hoffentlich noch drei Spiele. Für mich hört das Turnier hier nicht auf.“
Gesundheitliche Bedenken ausgeräumt
Während des Spiels gegen Lehecka, das nach einer Unterbrechung am Montagabend am Dienstag fortgesetzt wurde, holte sich der Tscheche zunächst den Satz. Nach nur drei Spielen verschwand Zverev kurz in der Kabine, was Spekulationen über gesundheitliche Probleme auslöste. „Ich habe einen Punkt in drei Spielen gewonnen. Ich habe mir einfach Zeit genommen. Gesundheitlich war alles in Ordnung“, stellte er klar. Bei über 30 Grad auf dem Centre Court ist die Hitze eine zusätzliche Herausforderung. „Wenn ich mein Tennis spiele, wie ich es in den letzten zwei, drei Monaten getan habe, sehe ich gute Chancen. Schlage ich die Vorhand nicht 122, sondern 135 km/h, kommt der Aufschlag immer mit 214 km/h und die Rückhand mit 128, werde ich gewinnen. Das ist relativ einfach“, erklärte Zverev selbstbewusst.
Ausblick auf mögliches Halbfinale
Sollte Zverev das Viertelfinale gewinnen, würde er erneut in den Players Garden gehen, wo dann das WM-Spiel Frankreich gegen Marokko beginnen würde. „Wenn mir diese Partie völlig egal wäre, hieße das wohl, ich stehe im Halbfinale“, scherzte er. Der zweite Grand-Slam-Titel ist sein großes Ziel, genau einen Monat nach seinem ersten Triumph bei den French Open.



