Bayern-Star Voigtmann: Emotionale Rückkehr nach Jena im Basketball-Bundesliga-Duell
Voigtmanns emotionale Rückkehr nach Jena im Basketball-Duell

Bayern-Star Voigtmann: Eine emotionale Heimkehr nach Jena

Ein Weltmeister kehrt an den Ort seiner Anfänge zurück. Für die Basketballer des FC Bayern München ist die Auswärtspartie beim Aufsteiger Science City Jena am heutigen Sonntag (16.30 Uhr, live bei Dyn und WELT TV) eine Pflichtaufgabe in der Basketball-Bundesliga. Für Johannes Voigtmann (33) jedoch ist es weit mehr als nur ein reguläres Spiel. Es markiert eine tiefgreifende Rückkehr zu seinen sportlichen Wurzeln.

Die Anfänge in Thüringen

Der Center des FC Bayern wurde in Eisenach geboren und startete seine Profikarriere in Jena, wo er von 2010 bis 2012 spielte, das Sportgymnasium besuchte und zum Topspieler reifte. Nach fast 14 Jahren, in denen er einen Weltmeistertitel, einen Europameistertitel und Stationen bei renommierten Clubs wie Baskonia in Spanien, ZSKA Moskau in Russland und Olimpia Mailand in Italien sammelte, betritt er nun erstmals als Gegner die ausverkaufte Sparkassen-Arena in Jena mit 3125 Plätzen.

Die Verbundenheit zu Jena ist ungebrochen. Jenas Trainer Björn Harmsen betont im Interview: „Seine Rückkehr ist eine absolut großartige Sache für uns. Johannes war wie ich hier an der Sportschule und hat dort sein Abitur gemacht. Seine Identifikation mit dem Standort ist immer noch hoch. Wir freuen uns alle sehr auf ihn.“

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Emotionale Vorbereitung und Karten für Freunde

Voigtmann teilt diese Gefühle. Er erklärt: „Ich habe eine sehr emotionale Beziehung zu Jena, und jetzt erstmals als Spieler zurückzukommen und gegen Jena zu spielen, das ist etwas Tolles, worauf ich mich schon seit dem Moment gefreut habe, seit Jenas Aufstieg im letzten Jahr feststand.“ Der Nationalspieler fügt hinzu: „Ich habe viele tolle Jahre dort verbracht und noch viele Freunde.“ Die meisten davon werden am Sonntag in der Halle sein, da Voigtmann lachend verrät: „Ich habe alle Karten genommen, die ich kriegen konnte. Es wird nach dem Spiel auf jeden Fall einige Gespräche geben, da freue ich mich drauf.“

Jenas Saison und Voigtmanns Prognose

Der Aufsteiger Science City Jena spielt eine respektable Saison und liegt mit sieben Siegen aus 19 Spielen auf Platz 13, vier Punkte vor der Abstiegszone. Voigtmann ist optimistisch: „Ja, auf jeden Fall werden sie den Klassenerhalt schaffen. Sie haben bisher die wichtigen Spiele gegen direkte Konkurrenten gewonnen, und ich glaube, das ist der Schlüssel dafür, dass du am Ende in der Liga bleibst.“

Fokus auf das Spiel und körperliche Verfassung

Für die Bayern betont Voigtmann die Bedeutung der Konzentration: „Wir müssen genauso in das Spiel gehen, wie wir bisher in alle Bundesligaspiele gegangen sind. Wir waren immer sehr konzentriert und haben uns – egal, was die Woche über passiert ist und egal, wie anstrengend die Reisen waren – immer auf das Wesentliche fokursiert. Wichtig ist, dass wir mit einem guten Mindset ankommen, das wird am Sonntag wieder gefordert sein.“

Persönlich geht es Voigtmann nach einer Knieverletzung, die er sich bei der EM im letzten September zuzog und die ihn bis Ende Oktober außer Gefecht setzte, wieder bergauf: „Es war eine signifikante Verletzung, bei der mir die Ärzte gesagt haben, sie wissen nicht ganz genau, wie es weitergeht. Aber in der Reha habe ich relativ schnell gesehen: ‚Okay, das wird was.‘ Und im Moment fühle ich mich sehr gut.“

Teamdynamik unter neuem Trainer

Das gesamte Team profitiert vom Trainerwechsel von Gordon Herbert zu Svetislav Pešić. Voigtmann erläutert: „Wir haben ein paar Sachen verändert, verteidigen mit einem etwas anderen Konzept. Wir hatten im November und Dezember einige Spiele, die sehr knapp waren, bei denen wir auch zum Teil den Sieg verschenkt haben. Mit dem Trainerwechsel haben wir dann ein paar Heimspiele gewinnen können, auch gegen richtig gute Teams in der Euroleague. Das hat uns geholfen, wieder in einen Flow zu kommen, und davon zehren wir jetzt enorm.“

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Dieser Flow soll in Jena zum 18. Sieg im 20. Ligaspiel führen. Trotz aller Verbundenheit haben die Bayern und Voigtmann nichts zu verschenken. Auf die Frage, ob er seine Karriere einst in Jena beenden könnte, antwortet er: „Das ist jetzt noch schwierig zu sagen, aber prinzipiell kann ich mir das schon vorstellen. Das Einzige, was mitspielen muss, ist der Körper, ansonsten spricht nichts dagegen.“