Basketball-Ikone Dirk Nowitzki in FIBA Hall of Fame aufgenommen
Die Basketball-Welt feierte einen ihrer größten Stars in der deutschen Hauptstadt: Dirk Nowitzki (47) wurde am Dienstagabend im Berliner Kraftwerk in die Hall of Fame des Weltbasketballverbandes FIBA aufgenommen. Der gebürtige Würzburger ist damit nach Detlef Schrempf erst der zweite Deutsche, dem diese hohe Ehre zuteilwird. Die Zeremonie verlief jedoch nicht ganz reibungslos und sorgte für einen kuriosen Moment, der selbst den erfahrenen Champion ins Schwitzen brachte.
Technische Panne bei der Dankesrede
Mitten in seiner emotionalen Dankesrede versagte plötzlich der Teleprompter. Für Nowitzki, der 2011 mit den Dallas Mavericks die NBA-Meisterschaft gewann, war dies eine ungewohnte Herausforderung. „Ich habe schon angefangen, zu schwitzen. Das war schon eine stressige Situation“, gestand der Basketball-Legende später. Statt den vorbereiteten Text von der großen Leinwand abzulesen, griff er kurzerhand zu seinem Smartphone.
„Zwei Freiwürfe bei Rückstand wären mir lieber gewesen als SO eine Situation“, scherzte Nowitzki mit dem typischen Understatement, das ihn während seiner Karriere auszeichnete. „Dann war das so klein, und ich bin in den Zeilen versprungen. Aber am Ende haben sie es noch hinbekommen.“ Wie so oft in seiner sportlichen Laufbahn meisterte er auch diesen stressigen Moment mit Eleganz und fügte lächelnd hinzu: „Zwei Freiwürfe mache ich immer rein.“
Ehrung im Heimatland bedeutet „verdammt viel“
Nowitzki wurde für seine Verdienste um den Weltbasketball sowie seine herausragenden Leistungen im deutschen Nationalteam geehrt. Von 1997 bis 2015 stand er in 153 Länderspielen für Deutschland auf dem Feld und führte die Mannschaft zu bedeutenden Erfolgen: 2005 gewann er EM-Silber, 2002 WM-Bronze. „Es ist eine absolute Ehre, heute hier zu sein. In meinem Heimatland geehrt zu werden, bedeutet mir verdammt viel“, betonte der 47-Jährige sichtlich gerührt. Bereits vor drei Jahren war Nowitzki in die Hall of Fame der NBA aufgenommen worden.
„Harry Potter hatte Dumbledore, ich hatte Holger“
Besonders bewegende Worte richtete Nowitzki an seinen langjährigen Mentor Holger Geschwindner (80). Der Coach hatte den jungen Nowitzki in seiner Jugend trainiert und ihn über Jahrzehnte begleitet. „Du hast mich als Mensch geformt, nicht nur als Basketballspieler. Du hast an mich geglaubt, wenn ich nicht an mich geglaubt habe. Ohne dich würde ich heute nicht auf dieser Bühne stehen“, würdigte Nowitzki die prägende Rolle seines Trainers.
Mit einem charmanten Vergleich veranschaulichte er die Bedeutung dieser Beziehung: „Harry Potter hatte Dumbledore, Alexander der Große hatte Aristoteles, ich hatte Holger.“ Diese Worte unterstreichen, wie sehr Geschwindner nicht nur den Sportler, sondern vor allem den Menschen Nowitzki geprägt hat.
Auslosung der Frauen-WM-Gruppen
Im Rahmen der Veranstaltung im Berliner Kraftwerk wurden auch die Gruppen für die Frauen-Basketball-WM ausgelost, die vom 4. bis 13. September in der Hauptstadt stattfinden wird. Deutschland trifft in der Vorrunde auf Vize-Europameister Spanien, Japan und Mali. Nowitzki, der sich weiterhin eng mit dem deutschen Basketball verbunden fühlt, ordnete die Auslosung sachlich ein: „Ich glaube, die Gruppe ist okay. Spanien ist gefährlich. Die waren ja letztes Jahr bei uns in der EM-Gruppe. Das Spiel habe ich sogar gesehen in Hamburg. Da haben wir ja leider verloren.“
Der Experte analysierte weiter: „Aber wir haben natürlich nicht die volle Truppe letztes Jahr am Start gehabt. Japan ist auch immer gefährlich, sie sind schnell und können normalerweise alle von außen werfen. Bei einer WM gibt es keine leichte Gruppe.“ Seine Einschätzung zeigt, dass Nowitzki auch nach seinem Karriereende ein genaues Auge für die Entwicklung des Basketballsports behalten hat.
Die Ehrung in der FIBA Hall of Fame markiert einen weiteren Höhepunkt in der außergewöhnlichen Karriere von Dirk Nowitzki. Vom jungen Talent aus Würzburg zum NBA-Champion und nun zur unvergessenen Legende des Weltbasketballs – sein Weg bleibt ein Vorbild für Sportler weltweit. Die kuriosen Umstände seiner Dankesrede werden dabei sicherlich als eine jener menschlichen Anekdoten in Erinnerung bleiben, die den großen Champion auch als sympathischen Menschen zeigen.



