Die Edmonton Oilers um Leon Draisaitl sind in der ersten Runde der NHL-Playoffs ausgeschieden. Damit ist der Traum vom Stanley Cup erneut geplatzt. Die Anaheim Ducks erwiesen sich als zu stark und besiegten die Oilers in der Best-of-Seven-Serie mit 4:2. Für das kanadische Franchise endet eine schwierige Saison mit einer bitteren Enttäuschung.
Eine Saison voller Höhen und Tiefen
Die Oilers kämpften bereits in der regulären Saison mit Konstanzproblemen. Sie benötigten rund zehn Wochen und über 30 Spiele, um einen Playoff-Platz zu erreichen. Mit 93 Punkten sicherten sie sich Platz zwei in der Central Division, doch in jeder anderen Division hätte diese Punktzahl nicht für den direkten Einzug gereicht. Kapitän Connor McDavid gab zu: „Wir haben die ganze Saison nach Konstanz gesucht und sie auch hier in den Playoffs nicht gefunden. Wir waren ein durchschnittliches Team mit hohen Erwartungen – da wird man enttäuscht.“
Das Edmonton Journal urteilte hart: „All das, was sie (die Fans) sieben Monate lang nachts wach gehalten hatte, wurde am Donnerstagabend wahr. Von einer Mannschaft, die als schwächer galt, deutlich geschlagen, müssen die Oilers die bittere Erkenntnis akzeptieren, dass ihr Bestes nicht gut genug war.“
Offensive Schwächen und defensive Probleme
Das kongeniale Duo Draisaitl (drei Tore, sieben Assists) und McDavid (ein Tor, fünf Assists) brachte offensiv zu wenig, um die defensiven Schwächen auszugleichen. Draisaitl, der zum Ende der Hauptrunde von einer Verletzung ausgebremst wurde, blieb laut Edmonton Journal „unter seinen überragenden Möglichkeiten“. McDavid, der in der regulären Saison den Titel für den punktbesten Spieler gewann, konnte daran nicht anknüpfen.
Die Oilers verpassten in den letzten beiden Jahren jeweils knapp den Stanley Cup gegen die Florida Panthers. Nun folgte das frühe Aus in Runde eins. Das Edmonton Journal resümierte: „Es war eine erfolgreiche Zeit, aber so hätte sich niemand das Ende vorgestellt. Die Oilers verlieren auf eine nur allzu bekannte Art und Weise: durch mentale Fehler und defensive Schwächen.“
Zukunft des Teams ungewiss
Die Oilers warten seit 1990 auf einen Titel, obwohl sie mit Draisaitl und McDavid zwei der besten Spieler der Welt haben. Seit 2015 stürmen sie gemeinsam, verpassten nur dreimal die Playoffs, doch der ganz große Triumph blieb aus. Die Frage ist nun: Kann sich die „zerrüttete Mannschaft“ zusammenraufen, von Verletzungen zurückkommen und erneut angreifen? Oder braucht es einen größeren Umbruch?
Draisaitl steht bis 2033 unter Vertrag, McDavid nur bis 2028. Das Titelfenster der Oilers beginnt sich zu schließen. Nach dem frühen Aus wird spekuliert, ob McDavid den Klub verlassen könnte, falls es nächstes Jahr wieder nicht klappt. Draisaitl selbst äußerte sich zurückhaltend zu einer möglichen Teilnahme an der Eishockey-WM in der Schweiz: „Das weiß ich jetzt noch nicht. Mit meinem Knie, meiner Verletzung … ich habe da jetzt durch etwas durchgespielt, also mal schauen.“
Das Edmonton Journal verglich das Duell mit Anaheim mit einem „hungrigen Nachwuchsboxer, der gegen einen alternden Veteranen antritt“ – ein unschöner Anblick. Die Oilers müssen sich nun fragen, ob und wie sie den Stanley Cup in Zukunft gewinnen können.



