Thüringer Forstwirtschaft: Borkenkäfer-Rückgang führt zu drastisch weniger Holzeinschlag
Nach jahrelangen massiven Schäden durch den Borkenkäfer in den Thüringer Wäldern zeichnet sich nun eine deutliche Entspannung ab. Das Insekt, das viele Waldflächen zum Absterben brachte, ist auf dem Rückzug – mit erheblichen Folgen für die regionale Forstwirtschaft.
Drastischer Rückgang des Holzeinschlags
Laut aktuellen Zahlen des Thüringer Landesamts für Statistik ging der Holzeinschlag im Freistaat im vergangenen Jahr um ganze 44 Prozent im Vergleich zu 2024 zurück. Insgesamt wurden 2025 noch 3,1 Millionen Kubikmeter Holz aus den Thüringer Wäldern geholt. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Nadelbäume wie Fichten, Tannen oder Douglasien, deren Fällung deutlich zurückging. Im Gegenzug stieg jedoch der Einschlag von Laubbäumen an.
Borkenkäfer-Schäden nehmen ab
Horst Sproßmann, Sprecher von Thüringenforst, erklärte, dass seit Beginn der Borkenkäfer-Schäden im Jahr 2018 viele Bäume zwangsweise gefällt werden mussten. „Inzwischen hat sich der Borkenkäfer aber ganz deutlich reduziert“, so Sproßmann. „Im Sinne der nachhaltigen Holzwirtschaft ist es nun auch sinnvoll, mehr einzusparen.“
Rund die Hälfte der im vergangenen Jahr geschlagenen Holzmenge – etwa 1,5 Millionen Kubikmeter – war immer noch vom Borkenkäfer und anderen Insekten befallenes Schadholz. Dieser Anteil ging jedoch spürbar zurück: In den Vorjahren hatten beschädigte Bäume stets über Dreiviertel des insgesamt gefällten Holzes ausgemacht.
Nachhaltige Waldbewirtschaftung im Fokus
Die Entwicklung unterstreicht den Wandel in der Thüringer Forstwirtschaft. Während in der Hochphase der Borkenkäfer-Plage vor allem Schadholz beseitigt werden musste, rückt nun die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder wieder stärker in den Vordergrund. Die Reduzierung des Holzeinschlags dient dabei nicht nur der Erholung der Waldbestände, sondern auch dem langfristigen Erhalt der ökologischen Balance.
Die Thüringer Forstwirte setzen zunehmend auf eine schonende Bewirtschaftung, die den natürlichen Regenerationsprozess der Wälder unterstützt. Dieser Ansatz soll künftig dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegen Schädlinge und Klimaveränderungen zu stärken.



