Thüringen plant Personalabbau: Demografie und KI zwingen zum Stellenabbau
Thüringen: Demografie und KI führen zu weniger Landespersonal

Thüringen steht vor massivem Personalabbau im Landesdienst

In Thüringen könnte die Zahl der Landesbediensteten in den kommenden Jahren deutlich schrumpfen. Grund dafür sind der demografische Wandel und der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Staatskanzleichef Stefan Gruhner erklärte in einem Interview, dass eine Nachbesetzung frei werdender Stellen aufgrund fehlender Fachkräfte kaum realistisch sei. Langfristig werde dies automatisch zu einem Abbau von Positionen führen.

Prognose: Bis zu 14.500 Stellen weniger bis 2035

Eine aktuelle Prognose zeigt, dass die Zahl der Stellen im Landesdienst von derzeit rund 47.500 auf etwa 33.000 bis zum Jahr 2035 fallen könnte. „Wenn Thüringen weniger Einwohner hat, muss auch der öffentliche Dienst kleiner werden“, betonte Gruhner. Das Landesamt für Statistik hat kürzlich berechnet, dass Thüringen in den kommenden Jahren unter die Zwei-Millionen-Einwohner-Marke sinken wird. Bis 2045 könnte die Bevölkerung auf rund 1,8 Millionen Menschen schrumpfen, was einem Rückgang von 15,1 Prozent entspricht.

Explodierende Pensionskosten zwingen zum Handeln

Die steigenden Pensionslasten stellen ein weiteres großes Problem dar. Prognosen zufolge könnten die Ausgaben für Pensionen von 584,7 Millionen Euro im Jahr 2026 auf 766,9 Millionen Euro bis 2029 ansteigen. Gruhner warnte, dass ohne Gegenmaßnahmen die Landesfinanzen langfristig nicht mehr tragbar wären. Daher hat die Landesregierung eine Trendumkehr eingeleitet: Es werden keine neuen Stellen geschaffen, und offene Positionen müssen aus einem zentralen Pool besetzt werden.

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Stellenpool als strategisches Instrument

Um den Personalbedarf zu steuern, wurde ein Stellenpool eingerichtet. Jedes Ministerium stellt zehn Prozent seiner offenen und unbesetzten Stellen zur Verfügung. Diese werden in einem Pool gesammelt und an Ressorts mit akutem Bedarf, wie beispielsweise im Bereich Migrationspolitik, verteilt. Ein Ausschuss aus Staatskanzlei, Finanz- und Innenministerium entscheidet über die Verteilung. Derzeit gibt es rund 4.500 offene Stellen, von denen etwa 400 über den Pool verwaltet werden.

Prioritäten setzen: Justiz, Polizei, Bildung und Digitalisierung

Die Landesregierung setzt klare Prioritäten. In Bereichen wie Schule, Polizei, Justiz und Digitalisierung sollen weiterhin Einstellungen möglich sein. „Aber es gibt andere Bereiche, wo man auch perspektivisch mit weniger Personal auskommt“, so Gruhner. Der Einsatz von KI kann dabei helfen, bestimmte Aufgaben mit weniger Personal zu bewältigen. Diese Strategie soll sicherstellen, dass wichtige Projekte umgesetzt werden, ohne neue Stellen schaffen zu müssen.

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