Spritpreise in Sachsen: Ländliche Regionen stärker betroffen als Städte
Die hohen Spritpreise treffen die Bewohner Sachsens in sehr unterschiedlichem Maße. Während in den Städten die Autodichte vergleichsweise gering ausfällt, sind ländliche Regionen deutlich stärker von Verbrennern abhängig. Das geht aus aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zum Fahrzeugbestand hervor, die ein klares Stadt-Land-Gefälle offenbaren.
Diesel-Dichte: Städte schneiden deutlich besser ab
Im bundesweiten Vergleich zeigt sich, dass sächsische Städte bei der Dieselautodichte weit hinten liegen. In Leipzig kommen lediglich etwa 83 Dieselautos auf 1.000 Einwohner. Nur Berlin weist mit 66 noch weniger Fahrzeuge auf. Auch Dresden und Chemnitz verzeichnen eine vergleichsweise niedrige Diesel-Dichte.
Ländliche Regionen mit hoher Diesel- und Benziner-Dichte
Ganz anders stellt sich die Situation in den ländlichen Gebieten dar. In Mittelsachsen sind rund 165 Dieselfahrzeuge pro 1.000 Einwohner registriert, gefolgt von Bautzen mit 164 und dem Erzgebirgskreis mit 161. Damit liegt die Diesel-Dichte in diesen Landkreisen fast doppelt so hoch wie in Leipzig.
Bei den Benzinern führt der Erzgebirgskreis mit etwa 418 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner die Statistik an. Dahinter folgen der Vogtlandkreis mit 407 sowie Bautzen und Görlitz mit jeweils gut 400. In den Städten ist die Benzinerdichte deutlich geringer: Leipzig verzeichnet rund 245, Dresden etwa 252 pro 1.000 Einwohner.
Gesamtfahrzeugdichte zeigt massive Unterschiede
Rechnet man Diesel- und Benzinfahrzeuge zusammen, wird die Abhängigkeit vom Auto in ländlichen Regionen besonders deutlich. Der Erzgebirgskreis liegt mit etwa 579 Verbrennern pro 1.000 Einwohnern an der Spitze, gefolgt von Bautzen mit 567 und dem Vogtlandkreis mit 562. In Leipzig hingegen beträgt dieser Wert nur rund 328.
Elektroautos bleiben die Ausnahme
Elektrofahrzeuge sind auch in Sachsen weiterhin selten. Die höchsten Werte erreicht der Landkreis Leipzig mit etwa 15 Elektroautos pro 1.000 Einwohner, gefolgt von Zwickau mit 14 und Chemnitz mit 13. Die niedrigste E-Auto-Dichte weist Görlitz mit rund 7 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner auf. Auch in Mittelsachsen und im Vogtlandkreis liegen die Werte mit gut 10 beziehungsweise 11 vergleichsweise niedrig.
Stadt-Land-Gefälle hat konkrete Auswirkungen
Insgesamt zeigt sich ein eindeutiges Muster: In den kreisfreien Städten ist die Fahrzeugdichte deutlich geringer als in den Landkreisen. Während in Leipzig nur etwa 333 private Autos pro 1.000 Einwohner gemeldet sind, sind es im Erzgebirgskreis fast 600. Für viele Menschen außerhalb der Städte dürften steigende Spritpreise daher besonders spürbar sein, da Alternativen zum Auto dort oft rar gesät sind.



