Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt warnen vor Digitalisierungsstopp und Personalmangel
Sachsen-Anhalt: Gesundheitsämter warnen vor Digitalisierungsstopp

Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt warnen vor Digitalisierungsstopp und Personalmangel

Die Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt schlagen Alarm: Sie sehen sich mit erheblichen Personalengpässen konfrontiert und warnen vor einem drohenden Stocken der Digitalisierung. Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Presse-Agentur offenbart, dass in den Landkreisen und kreisfreien Städten bereits mehr als 30 Stellen unbesetzt sind – insbesondere bei Ärztinnen und Ärzten, im Hygienebereich sowie in sozialpsychiatrischen Bereichen.

Folgen für den öffentlichen Gesundheitsdienst

Die Auswirkungen dieser Engpässe sind bereits spürbar. Es kommt zu längeren Wartelisten im amtsärztlichen Dienst, Verzögerungen bei Gutachten und Einschränkungen bei Reihenuntersuchungen in Schulen. Ein zentraler Grund für die Besorgnis ist das Auslaufen des ÖGD-Pakts Ende 2026. Dieses Bund-Länder-Programm zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes wurde als Reaktion auf die Corona-Pandemie ins Leben gerufen und ermöglichte die Anschaffung von Hard- und Software sowie die Digitalisierung von Prozessen.

Ein Sprecher des Landkreises Harz betont: „Das Ende dieser Förderung wird die weitere Digitalisierung verlangsamen.“ Ohne die finanziellen Mittel aus dem ÖGD-Pakt droht ein Stillstand bei innovativen Projekten, die für eine moderne Gesundheitsversorgung unerlässlich sind.

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Konkrete Auswirkungen in den Regionen

Die Situation variiert je nach Landkreis, doch die Probleme sind überall ähnlich:

  • Im Salzlandkreis können Belehrungen nach dem Infektionsschutzgesetz zwar weiterhin online durchgeführt werden, aber neue Digitalprojekte sind gefährdet.
  • Der Saalekreis fürchtet den Wegfall von sieben über den ÖGD-Pakt geschaffenen Stellen, was Hygieneaufgaben, Schuluntersuchungen und Angebote für psychisch belastete Kinder beeinträchtigen würde.
  • Im Landkreis Stendal führen Vakanzen bereits jetzt zu Engpässen bei schulärztlichen Untersuchungen und Rückständen bei Gutachten.
  • Auch in Anhalt-Bitterfeld und der Börde werden Einschränkungen bei Begutachtungen und eine Reduzierung von Schulreihenuntersuchungen gemeldet.
  • Der Landkreis Wittenberg verzeichnet Ausfälle von ärztlichen Untersuchungen in Kitas und dritten Klassen.

Forderung nach Planungssicherheit und Krisenfähigkeit

Der Burgenlandkreis appelliert an die Politik, Planungssicherheit zu schaffen. „Ziel muss es sein, dass sich der Öffentliche Gesundheitsdienst weiter kompetent und krisenfähig für die Region aufstellt“, so ein Sprecher. Es gehe darum, sich gegen neue Pandemien, militärische Auseinandersetzungen und Dauerkrisen wie den Klimawandel zu wappnen. Die aktuellen Herausforderungen unterstreichen die Dringlichkeit, den Öffentlichen Gesundheitsdienst langfristig zu stärken und die Digitalisierung voranzutreiben, um die Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt auch in Zukunft sicherzustellen.

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