Radon-Gefahr in Sachsen-Anhalt: Umweltministerium verteilt Messboxen zur Risikoerkennung
Radon-Gefahr: Ministerium verteilt Messboxen in Sachsen-Anhalt

Radioaktives Edelgas Radon: Unsichtbare Gefahr in Wohnräumen

Das radioaktive Edelgas Radon kann in Innenräumen zur ernsthaften Gesundheitsgefahr werden. In Sachsen-Anhalt hat das Umweltministerium jetzt ein Messprogramm gestartet, bei dem Bürger kostenlos Messboxen zur Überprüfung der Radonkonzentration in ihren Wohnungen bestellen können.

Bundesweites Messprogramm mit Fokus auf Sachsen-Anhalt

Derzeit nehmen bereits Hunderte Haushalte in Sachsen-Anhalt an dem Radon-Messprogramm teil. Landesweit werden in etwa 500 Wohnungen die Konzentrationen des gesundheitsschädlichen Edelgases über spezielle Messboxen aufgezeichnet. Das Umweltministerium betont, dass Interessierte schnell handeln müssen, da die Boxen derzeit noch online bestellt und geliefert werden können.

Radon entsteht beim natürlichen Zerfall von Uran und Radium im Boden und stellt in Deutschland vor allem in gebirgigen Regionen ein Gesundheitsrisiko dar. Laut dem Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München gibt es hohe Radonkonzentrationen insbesondere im Erzgebirge, in Teilen des Bayerischen Waldes und im Saarland. Aber auch in Sachsen-Anhalt kommt das Edelgas in einigen Regionen verstärkt im Boden vor, etwa im Harz und dem südlichen Harzvorland.

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Wie Radon in Gebäude gelangt

In der Außenluft verdünnt sich das Gas schnell und stellt normalerweise kein Problem dar. Allerdings gelangt es aus dem Untergrund durch verschiedene Wege in Häuser:

  • Risse im Fundament
  • Undichte Rohrdurchführungen
  • Kabelschächte
  • Offene Poren in Wänden

Die höchsten Radonkonzentrationen treten typischerweise in Kellern und Erdgeschossen auf. Über Treppenhäuser, Schächte, Kamine, Kabelkanäle oder undichte Decken kommt das Gas aber auch in obere Etagen. Dies wird durch den sogenannten Kamineffekt verstärkt: Warme Luft steigt auf und saugt Luft von unten nach. Dieser Effekt ist auch im Sommer, wenn auch abgemildert, vorhanden.

Unsichtbare Gefahr erfordert Messungen

Radon lässt sich weder sehen noch schmecken oder riechen. Ein mögliches Risiko kann daher ausschließlich durch Messungen eingeschätzt werden. Das Umweltministerium betont, dass pro Privatwohnung zwei Messboxen bestellt werden können, unabhängig von der Wohnform oder dem Standort in Sachsen-Anhalt.

Die Messboxen benötigen keinen Strom und arbeiten vollkommen geräuschlos. Für optimale Ergebnisse sollten sie über mehrere Monate im Wohn- und Schlafzimmer ausgelegt werden. Um die Messungen auswerten zu können, müssen die Boxen Ende August dieses Jahres an den Dienstleister Radonova Laboratories zurückgesandt werden.

Anschließend erhalten die Teilnehmer detaillierte Informationen über ihre Messergebnisse und werden darüber informiert, ob Handlungsbedarf besteht. Dieses Programm bietet Bürgern eine wichtige Möglichkeit, potenzielle Gesundheitsrisiken in ihren eigenen vier Wänden frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

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