Bundespräsident nimmt sich des Schicksals von Wal Timmy an
Der gestrandete Buckelwal Timmy vor der Insel Poel bei Wismar bewegt weiterhin viele Menschen in Deutschland. Jetzt greift auch das höchste deutsche Staatsoberhaupt in die Diskussion ein. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier plant für Donnerstag Gespräche mit Wal-Experten während seines Besuchs im Ozeaneum in Stralsund.
Amtssitzverlegung führt nach Stralsund
Wie das Bundespräsidialamt mitteilte, verlegt Steinmeier regelmäßig seinen Amtssitz in verschiedene Landesteile, um mit Bürgern vor Ort ins Gespräch zu kommen. Diese Woche führt der Bundespräsident seine Amtsgeschäfte drei Tage lang von Stralsund aus. Der bereits länger geplante Besuch im Ozeaneum ist Teil dieses Programms.
Im Anschluss an den Rundgang durch das Meeresmuseum wird Steinmeier engagierten Bürgern aus Mecklenburg-Vorpommern den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verleihen. Da der Buckelwal Timmy seit zwei Wochen in der Bucht vor Poel liegt, soll auch sein Schicksal Thema der Gespräche sein.
Experten sehen keine Rettungschance
Das Ozeaneum gehört zur Stiftung Deutsches Meeresmuseum, deren Fachleute die Lage des gestrandeten Wals eingeschätzt haben. Sie erstellten auch das Gutachten zu Timmys Gesundheitszustand. Laut ihrer Einschätzung gibt es für den Wal keine Hoffnung auf Rettung und keine geeignete Möglichkeit zur Erlösung.
„Der Wal ist schwer geschädigt und sehr geschwächt. Es wird daher empfohlen, von einer Lebendbergung abzusehen“, so die offizielle Bewertung der Experten.
Palliative Begleitung statt aktiver Rettung
Umweltminister Till Backhaus beschreibt die Situation mit dem Bild eines Hospizes: „Der Wal wird palliativ begleitet, befeuchtet, überwacht und geschützt, aber nicht mehr aktiv behandelt oder gerettet“, erklärte Backhaus. Es gehe nicht um Rettung um jeden Preis, sondern um die Begleitung eines sterbenden Tieres.
Weitere Rettungsversuche sind nicht geplant, da sich der Wal in einem sehr schlechten Zustand befindet. „Man wolle das Tier jetzt in Frieden gehen lassen“, so der Umweltminister. Die Fachleute des Deutschen Meeresmuseums werden den Bundespräsidenten über den aktuellen Stand informieren und ihre Einschätzung der Lage darlegen.



