Spezialfeuerwehren im Einsatz: So bekämpfen Retter Brände und bergen Verletzte auf Nord- und Ostsee
Spezialfeuerwehren bekämpfen Brände und bergen Verletzte auf See

Spezialfeuerwehren im Einsatz: So bekämpfen Retter Brände und bergen Verletzte auf Nord- und Ostsee

Wenn große Schiffe auf Nord- oder Ostsee in Brand geraten, wie kürzlich bei dem Autotransporter "Thames Highway" nordwestlich von Borkum, sind speziell ausgebildete Feuerwehrleute gefragt. Diese Spezialkräfte werden oft per Hubschrauber zu den Havaristen geflogen und müssen unter extremen Bedingungen arbeiten. Die Anforderungen an die Einsatzkräfte sind enorm hoch, und ihr Training findet an realitätsnahen Orten statt, etwa auf der ehemaligen Fregatte "Köln" in Neustadt in Schleswig-Holstein.

Welche Feuerwehr ist für Notfälle auf See zuständig?

Die Zuständigkeit hängt vom Einsatzort und der Größe des Ereignisses ab. Bei Schiffsbränden vor der niedersächsischen Küste in den Bereichen von Ems, Weser und Elbe sind zunächst die örtlichen Feuerwehren wie Emden, Brake oder Stade verantwortlich. Bei einer sogenannten Komplexen Schadenslage, etwa einer großen Havarie auf Nord- oder Ostsee, übernimmt das Havariekommando in Cuxhaven die Einsatzleitung. Diese Einrichtung des Bundes und der fünf norddeutschen Küstenländer koordiniert dann die spezialisierten Feuerwehrteams.

Die verschiedenen Spezialteams und ihre Aufgaben

Das Havariekommando arbeitet mit acht Berufsfeuerwehren an der deutschen Nord- und Ostseeküste zusammen, darunter Emden, Wilhelmshaven, Cuxhaven, Bremerhaven, Hamburg, Kiel, Lübeck und Rostock. Es gibt drei Arten von "Maritime Incident Response Groups" (MIRGs):

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  • Brandbekämpfer (MIRG FiFi): Fünfköpfige Teams, die sich um Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Chemielagen kümmern. Elf solcher Teams sind an Nord- und Ostsee verfügbar.
  • Lebensretter (MIRG MR): Teams mit zwei Notärzten und vier Notfallsanitätern, die bei vielen Verletzten zum Einsatz kommen. Vier Teams sind an den Küsten stationiert.
  • Ersthelfer (MIRG FR): Sechsköpfige Teams, die als Erste alarmiert werden, erkunden, Brände bekämpfen und Verletzte retten können. Diese gibt es nur in Cuxhaven und Kiel.

Alle Teams können unabhängig von ihrem Standort angefordert und im gesamten Einsatzgebiet des Havariekommandos eingesetzt werden.

Ausrüstung und Einsatzbereitschaft

Die Ausrüstung ist über alle Feuerwehrstandorte hinweg standardisiert und auf zwei große Transporttaschen von je 100 Kilogramm beschränkt, da die Teams meist per Helikopter zum Einsatzort geflogen werden. Bei Einsätzen mit Mehrzweckschiffen des Bundes steht mehr Platz zur Verfügung. Die Ausrückzeiten betragen zwischen 30 und 60 Minuten, und ein Bundespolizeihelikopter vom Typ "Super Puma" steht rund um die Uhr bereit.

Training und zukünftige Entwicklungen

In Norddeutschland gibt es spezielle Trainingsmöglichkeiten in Hamburg, Kiel, Wilhelmshaven, Warnemünde und Neustadt in Holstein. Das Havariekommando nutzt vorrangig die Einrichtungen in Neustadt und Wilhelmshaven. In Neustadt wird an Bord der ehemaligen Fregatte "Köln" geübt, während an anderen Orten umgebaute Container zum Einsatz kommen. Auf dem Stundenplan stehen Hubschrauber-Trainings, Überleben auf See, Rettungsübungen, Schiffskunde und Lehrgänge zum Umgang mit Flüssigerdgas (LNG).

Niedersachsen plant zusammen mit der Marine in Wilhelmshaven ein maritimes Trainingszentrum, das Ausbildungen für Schiffsbrandbekämpfung, Rettung aus dem Watt und bei Ölunfällen bieten soll. Dies soll Lücken in den bisherigen Möglichkeiten schließen.

Einsatzhäufigkeit und Trainingsbedarf

Zum Glück sind tatsächliche Einsätze vergleichsweise selten. In deutschen Gewässern kommt es durchschnittlich vier bis fünf Mal pro Jahr zu Komplexen Schadenslagen. Seit 2021 gab es 17 solcher Einsatzlagen, bei elf davon wurden die Spezialteams angefordert. Der Trainingsbedarf bleibt jedoch hoch, da Schiffe größer werden, mehr Passagiere befördern und alternative Antriebsstoffe wie LNG die Anforderungen erhöhen. Regelmäßige Trainings sind daher essenziell, um auf die herausfordernden Einsätze vorbereitet zu sein.

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