Dramatische Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal in der Ostsee gestartet
In einem überraschenden Wendung der Ereignisse hat am Mittwoch die private Rettungsaktion für den schwer kranken Buckelwal begonnen, der vor der Ostsee-Insel Poel gestrandet ist. Ursprünglich hatte Landwirtschaftsminister Till Backhaus von Mecklenburg-Vorpommern entschieden, das etwa zwölf Meter lange und zwölf Tonnen schwere Tier sterben zu lassen. Nachdem jedoch alle notwendigen Nachweise vorlagen, genehmigte er doch noch einen weiteren Rettungsversuch, der nun mit deutlicher Verspätung angelaufen ist.
Helfer im hüfttiefen Wasser bei dem Wal
Sechs mutige Helfer haben sich bereits in das hüfttiefe Wasser begeben, um sich dem gestrandeten Meeressäuger zu nähern. In ersten Maßnahmen spritzten sie mit ihren Händen Wasser auf den Wal, der von vielen besorgten Bürgern liebevoll »Timmy« oder »Hope« genannt wird. Die Szene wurde live im Stream von News5 übertragen und zeigt das emotionale Engagement aller Beteiligten. Eigentlich hätten die Rettungsmaßnahmen bereits am frühen Morgen beginnen sollen, doch fehlende Dokumentationen verzögerten den Start erheblich.
Komplexer Rettungsplan mit Luftkissen und Schlepper
Der nun in die Wege geleitete Rettungsplan sieht äußerst ambitionierte Schritte vor. Zunächst müssen spezielle Luftkissen unter dem geschwächten Tier positioniert werden, um es schonend aus dem Wasser heben zu können. Dafür muss vorher der Schlick unter dem Wal weg gespült werden. Anschließend soll ein Schlepper den Buckelwal auf einer speziellen Plane zwischen zwei Pontons transportieren – ein Weg, der bis in die Nordsee und möglicherweise sogar bis zum Atlantik führen könnte.
Private Finanzierung durch Unternehmer
Die gesamte Rettungsaktion wird privat finanziert. MediaMarkt-Gründer Walter Gunz und die Pferdesport-Unternehmerin Karin Walter-Mommert übernehmen nicht nur die erheblichen Kosten, sondern laut Minister Backhaus auch die volle Verantwortung für den Versuch. Wie teuer die Bergung genau wird, bleibt zwar unklar, doch Gunz versicherte, dass es sich sicherlich nicht um hundert Millionen Euro handeln werde.
Fachleute äußern erhebliche Zweifel
Die erneute Rettungsaktion kam für viele Fachleute völlig unerwartet. Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung sowie des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund waren vor gut anderthalb Wochen zu dem eindeutigen Schluss gekommen, dass der Wal nicht mehr zu retten sei. Ihrer professionellen Einschätzung nach würden Bergungsversuche dem bereits schwer geschädigten Tier mehr schaden als nützen und unnötiges Leiden verlängern.
Minister Backhaus unter öffentlichem Druck
Landwirtschaftsminister Till Backhaus steht unter enormem öffentlichem Druck. Er muss die äußerst schwierige Entscheidung treffen, die das gesamte Land spaltet. Trotz der kritischen Stimmen aus der Wissenschaft zeigt sich Backhaus optimistisch: »Sonst hätten wir unsere Zustimmung nicht gegeben«, erklärte der Minister gegenüber dem SPIEGEL. Die emotionale Debatte zwischen Tierschützern und Wissenschaftlern über die Frage, ob man den Wal in Ruhe lassen oder alles für seine Rettung versuchen sollte, bleibt weiterhin hochaktuell.



