Geheime DDR-Station auf Rügen: Wo Schiffe unsichtbar gemacht wurden
DDR-Station auf Rügen: Wo Schiffe unsichtbar gemacht wurden

Geheime DDR-Station auf Rügen: Wo Schiffe unsichtbar gemacht wurden

Im Rügischen Bodden, zwischen der Halbinsel Reddevitz und der Insel Vilm, liegt ein geheimnisvolles Bauwerk auf Holzpfählen. Diese künstliche Insel mit nur etwa 700 Quadratmetern Fläche wurde 1954 errichtet und diente der Nationalen Volksarmee der DDR als Entmagnetisierungsstation. Hier wurden Schiffe der Volksmarine für Magnetminen und Torpedos quasi unsichtbar gemacht, indem ihre Eigenmagnetfelder gemessen und neutralisiert wurden.

Vom Militärstützpunkt zur Geisterinsel

Nach der Wende verlor die Station ihre militärische Bedeutung, da die Bundeswehr in Wilhelmshaven bereits über eine solche Anlage verfügte. Seitdem ist das Gelände sich selbst überlassen. Algen bedecken die Mauern, Fenster sind eingeschlagen, und Vandalismus sowie Vogelkot haben dem Gebäude schwer zugesetzt. Heute dient die verlassene Insel vor allem Kormoranen als bevorzugter Schlafplatz, während menschliche Besucher selten sind.

Obwohl es nach der Wiedervereinigung ambitionierte Nachnutzungspläne gab – sogar ein Spielcasino oder ein Bordell wurden diskutiert –, blieb die Insel lange ungenutzt. Erst im Jahr 2001 wurde sie verkauft. Die neuen Eigentümer, Architekt Gerhard Benz und Maschinenbauingenieur Peer Wenmakers, gaben dem bis dahin namenlosen Eiland den Titel Ostervilm.

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Gescheiterte Visionen und ungewisse Zukunft

Die Besitzer hatten große Pläne: Sie wollten aus der ehemaligen Militärstation einen Treffpunkt für Künstler oder einen Ort für Ausstellungen und Aufführungen machen. Doch bauliche und rechtliche Hürden verhinderten die Umsetzung dieser Vision. Peer Wenmakers äußerte gegenüber der Ostsee-Zeitung: „Ich selbst werde dort kein Projekt mehr hochziehen. Wenn es einen Interessenten für das Objekt gäbe, würden wir jetzt wohl verkaufen.“

Die Geschichte der Insel spiegelt somit nicht nur ein Stück DDR-Militärgeschichte wider, sondern auch die Herausforderungen bei der Nachnutzung solcher speziellen Bauwerke. Während die Natur langsam von dem verlassenen Ort Besitz ergreift, bleibt die Zukunft der künstlichen Insel im Rügischen Bodden ungewiss.

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