Anklam wird mit architektonischem „Vektor“ zur Station der europäischen Befreiungsroute
In einer feierlichen Zeremonie haben Mitglieder des Vereins Liberation Route Germany gemeinsam mit Anklams Bürgermeister Michael Galander einen markanten „Vektor“ an der Zufahrt zum ehemaligen Wehrmachtgefängnis enthüllt. Diese Installation, entworfen vom weltberühmten Architekten Daniel Libeskind, macht Anklam nun deutlich sichtbar zu einer offiziellen Station der Liberation Route Europe. Die Stadt gehört seit 2022 zu diesem europaweiten Netzwerk, das an die Befreiung Europas vom Nationalsozialismus vor über achtzig Jahren erinnert.
Ein europaweites Netzwerk der Erinnerung
Die Liberation Route Europe ist eine zertifizierte Kulturroute des Europarates, die Menschen, Orte und historische Ereignisse miteinander verbindet. Sie umfasst Hunderte von Schauplätzen und Geschichten in neun europäischen Ländern und folgt den wichtigsten Regionen entlang des Vormarsches der Alliierten Streitkräfte zwischen 1943 und 1945. Die von Libeskind gestalteten „Vektoren“ dienen als Markierungen für besondere Orte dieser Route, ähnliche Installationen existieren bereits in Italien, den Niederlanden und Belgien.
Anklam fungierte kürzlich auch als Gastgeber für die Mitgliederversammlung des Vereins Liberation Route Germany. Zu den institutionellen Mitgliedern zählen unter anderem der Landkreis Vorpommern-Greifswald, das HTM Peenemünde, die Stadt Torgau und das Museum Berlin Karlshorst. Im Rahmen dieses Aufenthaltes fand im Ritz eine Podiumsdiskussion zur Gegenwart und Zukunft Europas statt. Teilnehmer waren Karl-Heinz Lambertz, ehemaliger Ministerpräsident und Parlamentspräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Jeannine Rösler, Fraktionsvorsitzende im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, sowie Janusz Zmurkewicz, stellvertretender Landtagspräsident Westpommern.
Blick in die Vergangenheit und Zukunft
Während der Enthüllungsfeier wurde nicht nur der historischen Bedeutung des Ortes gedacht. Bürgermeister Michael Galander nutzte die Gelegenheit, um den Vereinsmitgliedern einen Ausblick auf die zukünftige Nutzung des Geländes zu geben. In der ehemaligen Kriegsschule, die sich in unmittelbarer Nähe befindet, sollen perspektivisch Wohnungen entstehen. Dies unterstreicht den Ansatz, Erinnerungskultur mit moderner Stadtentwicklung zu verbinden.
Der neu installierte „Vektor“ in Anklam steht somit symbolisch für die Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er erinnert an die dunklen Kapitel der Geschichte, während er gleichzeitig als Brücke in eine friedliche europäische Zukunft dient. Die Liberation Route Europe fördert durch solche sichtbaren Zeichen das Bewusstsein für die gemeinsame Geschichte und die Werte der Freiheit und Demokratie auf dem Kontinent.



