Generation Deutschland: Neue AfD-Jugendorganisation startet in Niedersachsen
Die Jugendorganisation der AfD, Generation Deutschland, hat nun auch in Niedersachsen einen eigenen Landesverband etabliert. Die Gründung fand in Dötlingen im Landkreis Oldenburg statt, wo auch die niedersächsische AfD ihren Sitz hat. Zum Vorsitzenden wurde der 28-jährige Bundestagsabgeordnete Micha Fehre gewählt, wie die Organisation nach der Veranstaltung mitteilte.
Gründung unter besonderen Umständen
Die Gründung erfolgte in einer politisch angespannten Zeit. Erst in derselben Woche hatte der Verfassungsschutz die AfD Niedersachsen als extremistische Bestrebung eingestuft. Dieser Schritt sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit rund um das Ereignis. Fehre, der als Unternehmer auch Beisitzer im AfD-Landesvorstand ist, betonte jedoch, dass die Jugendorganisation inhaltlich nicht radikaler als die Mutterpartei sei.
Der Bundestagsabgeordnete trat bei der letzten Wahl im Wahlkreis Stadt Hannover II an, konnte das Direktmandat jedoch nicht erringen und zog stattdessen über die Landesliste in den Bundestag ein. In seiner neuen Rolle als Vorsitzender möchte er junge Menschen ermutigen, aktiv zu werden und Gesicht zu zeigen. „Wir sind eine Talentschmiede“, erklärte Fehre.
Politische Schwerpunkte der Jugendorganisation
Der Landesverband der Generation Deutschland hat klare inhaltliche Ziele definiert. Dazu gehören:
- Unterstützung für junge Familien
- Förderung wettbewerbsfähiger Preise für Unternehmen
- Wiedereinstieg in die Kernkraft
- Einsatz für sogenannte Remigration
Der Begriff Remigration wird von Rechtsextremisten typischerweise verwendet, um die Forderung nach einer erzwungenen Ausreise einer großen Zahl von Menschen ausländischer Herkunft zu beschreiben. Fehre äußerte sich dazu deutlich: „Wer kein Bleiberecht habe, gehöre abgeschoben.“ Er kündigte an, dass seine Organisation bei eventueller Regierungsverantwortung mit allen Mitteln für Recht und Ordnung sorgen werde.
Proteste begleiten das Gründungstreffen
Das Gründungstreffen in Dötlingen fand nicht ohne Widerstand statt. Vor dem Veranstaltungsort versammelten sich etwa 300 Demonstranten, die gegen die Etablierung der AfD-Jugendorganisation protestierten. Die Veranstaltung selbst wurde hinter verschlossenen Türen abgehalten, was die angespannte Atmosphäre unterstrich.
Die Gründung des Landesverbands markiert einen weiteren Schritt in der Organisationsentwicklung der AfD in Niedersachsen. Sie zeigt, wie die Partei trotz der jüngsten Einstufung durch den Verfassungsschutz ihre Strukturen ausbaut und gezielt junge Mitglieder ansprechen möchte. Die Reaktionen von Politik und Gesellschaft auf diesen Schritt bleiben abzuwarten.



