Verkehrsunfallbilanz 2025: Paradoxe Entwicklung in Vorpommern-Greifswald
Innenminister Christian Pegel hat kürzlich die vorläufigen Zahlen der Verkehrsunfallstatistik für Mecklenburg-Vorpommern präsentiert. Die Daten für den Landkreis Vorpommern-Greifswald offenbaren eine besorgniserregende Entwicklung: Während die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle zurückgegangen ist, stieg die Zahl der Todesopfer und Verletzten deutlich an.
Statistische Details zeigen gemischtes Bild
Im Bereich der Polizeiinspektion Anklam wurden im Jahr 2025 insgesamt 8.392 Verkehrsunfälle registriert. Dies stellt einen Rückgang um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar, als noch 8.506 Unfälle verzeichnet wurden. Allerdings nahm die Zahl der tödlich Verunglückten von 16 auf 20 Personen zu, was eine Steigerung von 25 Prozent bedeutet. Ebenso alarmierend ist der Anstieg der Verletzten von 975 auf 1.083 Personen, was einem Plus von 11,1 Prozent entspricht.
Besorgniserregende Zunahme bei Baumkollisionen und Wildunfällen
Die Polizei verzeichnete bei Unfällen mit Baumkollisionen einen deutlichen Anstieg um 21,1 Prozent. Waren es 2024 noch 104 Fälle, so wurden 2025 bereits 126 entsprechende Unfälle registriert. Auch Wildunfälle nahmen leicht zu, von 2.592 auf 2.625 Fälle, was einem Anstieg von 1,3 Prozent entspricht. Positiv zu vermerken ist hingegen der Rückgang bei Unfällen mit Unfallflucht: Hier sank die Zahl von 1.433 auf 1.391 Fälle, was einem Minus von 2,9 Prozent gleichkommt.
Hauptunfallursachen im Überblick
Fehlender Sicherheitsabstand bleibt weiterhin die Unfallursache Nummer Eins, obwohl hier die Zahlen deutlich zurückgingen. Waren es 2024 noch 860 entsprechende Unfälle, so wurden 2025 nur noch 660 Fälle gezählt, was einem Rückgang von 23,3 Prozent entspricht. Zu schnelles Fahren bleibt ebenfalls eine der häufigsten Ursachen, mit 158 Unfällen im Jahr 2025 gegenüber 176 im Vorjahr. Weitere bedeutende Unfallursachen waren:
- Verstöße im Zusammenhang mit Alkohol und Betäubungsmitteln (103 Fälle)
- Überholvorgänge (201 Fälle)
- Vorfahrtsmissachtungen (351 Fälle)
Polizeiliche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit
Die Polizei plant, ihre Kontrollen im Rahmen der landesweiten Kampagne Fahren.Ankommen.LEBEN! gezielt an den zentralen Unfallursachen auszurichten. Dabei werden die Schwerpunkte monatlich thematisch gewechselt, um eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erreichen. Diese strategische Ausrichtung soll dazu beitragen, die alarmierenden Entwicklungen bei Todesopfern und Verletzten zukünftig zu reduzieren.



