Meeresbiologe: Wal-Rettung positiv, aber Netz im Maul bleibt Problem
Wal-Rettung positiv, aber Netzproblem bleibt

Meeresbiologe bewertet Wal-Rettung als vielversprechend

Der Meeresbiologe Boris Culik äußert sich durchaus positiv zum aktuellen Rettungsversuch des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals. Die geplanten Maßnahmen schätzt er als sehr vielversprechend ein. Culik, der früher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel tätig war, betont: „Man kann ihn damit auf jeden Fall aufschwimmen.“ Allerdings stellt sich die entscheidende Frage, ob der Wal die Rettungsaktion überleben wird.

Das Hauptproblem: Netzreste im Maul

Das größte Hindernis bleibt der Netzrest im Maul des Wals. Culik erklärt: „Wenn man den Wal nun transportiert, muss man sich auch Gedanken machen, wie man ihn von den Netzresten im Maul befreit.“ Dazu müsse man das Tier zunächst dazu bringen, sein Maul zu öffnen. Der Experte, der sich mit einer Firma selbstständig gemacht und akustische Warngeräte zum Schutz von Schweinswalen entwickelt hat, warnt: „Wenn man ihn nicht davon befreit, wie soll er sich dann ernähren und wieder zu Kräften kommen? Dann ist es letztlich der Abtransport eines sterbenden Tieres in andere Gewässer.“

Private Rettungsaktion als Glücksfall

Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern haben am Vortag eine private Rettungsmission genehmigt. Dabei sollen Luftkissen unter das Tier gebracht werden, um es schonend anzuheben. Zuvor wird Schlick unter dem Wal weggespült. Anschließend soll der Buckelwal auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und in die Nordsee oder den Atlantik transportiert werden. Ein Schlepper wird die Pontons ziehen.

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Culik bezeichnet diese Initiative als „Glücksfall“ für die Landesregierung. Er erläutert: „Für die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern ist das ja ein Glücksfall, dass jetzt ein privater Investor kommt und denen den Wal wegtransportiert.“ Die Landesregierung sei für alles innerhalb der 12-Meilen-Zone zuständig. „Wenn der jetzt da gestorben wäre, hätten Sie ihn entsorgen müssen. Das wäre dann zulasten der Landeskasse gegangen.“ Zudem entledige sich Landwirtschaftsminister Till Backhaus damit des Problems, persönlich verantwortlich gemacht zu werden, falls der Wal in Mecklenburg-Vorpommern verenden sollte.

Insgesamt bleibt die Situation kritisch. Während die technischen Aspekte der Rettung optimistisch stimmen, hängt das Überleben des Wals maßgeblich von der Lösung des Netzproblems ab. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob die kombinierte Anstrengung von privatem Investor und behördlicher Genehmigung den Buckelwal retten kann.

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