Tarifkonflikt im Nahverkehr Mecklenburg-Vorpommern beigelegt
Nach monatelangen Verhandlungen und landesweiten Warnstreiks im Februar haben die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) eine Einigung im Tarifstreit für den öffentlichen Personennahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern erzielt. Die Vereinbarung betrifft rund 2.800 Beschäftigte in diesem Sektor und bringt wesentliche Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen.
Kernpunkte der Tarifvereinbarung
Die fünfte Verhandlungsrunde führte zu einem umfassenden Ergebnis, das bis zum 31. Dezember 2029 gültig sein wird. Die Wochenarbeitszeit wird von derzeit 39 auf 38 Stunden reduziert, was eine deutliche Entlastung für die Mitarbeiter bedeutet. Zudem steigen die Vergütungen in den Jahren 2028 und 2029 jeweils um 2,5 Prozent, mit einer Mindesterhöhung von 100 Euro.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Erhöhung der Jahressonderzahlung. Diese steigt im kommenden Jahr von bisher 85 Prozent auf 92,5 Prozent. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten im August die von der schwarz-roten Koalition geplante Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro.
Verhandlungsverlauf und Reaktionen
Verdi hatte ursprünglich eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich sowie eine Jahressonderzahlung in voller Höhe von 100 Prozent gefordert. Die Warnstreiks Ende Februar, bei denen Busse mehrerer kommunaler Verkehrsbetriebe nicht fuhren und in Schwerin auch die Straßenbahnen in den Depots blieben, verliehen diesen Forderungen Nachdruck.
„Man habe hart um ein Ergebnis gerungen“, erklärte Verdi-Nord-Verhandlungsführer Sascha Bähring. „Das Ergebnis ist gut und für beide Seiten vertretbar.“ Carola Freier, Verbandsgeschäftsführerin des KAV, betonte, dass die Einigung „an die absolute Grenze dessen, was für die Arbeitgeber im öffentlichen Nahverkehr machbar sei“, gehe. Sie verwies jedoch auf den Vorteil der langen Laufzeit bis 2029, die den Unternehmen Planungssicherheit biete.
Auswirkungen und Perspektiven
Die Tarifeinigung markiert einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr Mecklenburg-Vorpommerns. Sie trägt dazu bei, Konflikte zu entschärfen und die Versorgung der Bevölkerung mit zuverlässigen Verkehrsdiensten zu sichern. Die reduzierte Arbeitszeit und die finanziellen Verbesserungen werden voraussichtlich die Zufriedenheit der Beschäftigten erhöhen und damit langfristig positive Effekte auf den Service haben.



