Gerade erst saniert: Kita in Borken droht trotz Modernisierung die Schließung
Die Kita "Haus der Begegnung" in Borken, die vor etwa zwei Jahren umfangreich saniert wurde, steht vor einer möglichen Schließung zum Ende der Sommerferien im August. Die Einrichtung, die derzeit nur zwölf Kinder betreut, benötigt dringend mehr Anmeldungen, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.
Wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr gegeben
Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat bestätigt, dass ein wirtschaftlicher Betrieb der Borkener Kita nicht mehr möglich ist. Kreissprecher Florin Stahlkopf erklärte: "Aufgrund der geringen Kinderzahl und des notwendigen Personals ist beispielsweise die gesetzlich vorgeschriebene Öffnungszeit von zehn Stunden nicht realisierbar." Aktuell verfügt die Kita noch über eine Betriebserlaubnis, doch für deren Erhalt wären mindestens 18 zu betreuende Kinder notwendig.
Eltern und Gemeinde kämpfen um Erhalt
Für Manuela Spanke, deren dreijähriger Enkel Elijah die Einrichtung besucht, ist die drohende Schließung ein Unding. "Es kann doch nicht sein, dass eine mit Fördermitteln komplett sanierte und beliebte Kita schließen soll. Wie will man denn junge Familien ins Dorf bekommen, wenn die Kita stirbt?", fragt die 55-Jährige. In einer Gesprächsrunde haben Eltern den Vorschlag gemacht, die Kinderzahl bis Pfingsten um mindestens acht zu erhöhen, was der Landkreis akzeptiert hat.
Suche nach Alternativen ohne Erfolg
Der Landkreis hat seit Monaten gemeinsam mit der Awo als Träger und Bürgermeister Karsten Joachim nach Lösungen gesucht, um die Einrichtung zu erhalten. Verschiedene Szenarien wurden in Betracht gezogen:
- Kindertagespflege in der Kita
- Inklusionskonzepte
- Übernahme in kommunale Trägerschaft
Doch alle diese Möglichkeiten haben nicht dazu geführt, eine mögliche Schließung abzuwenden. Ulrike Dietrich, Geschäftsführerin der Awo Sozialdienste Uecker-Randow gGmbH, erklärte: "Die Einrichtung arbeite defizitär, die geringe Kinderzahl führe zu Verlusten. Bei einer Auslastung von 50 Prozent oder weniger könne man keine zwei Fachkräfte bezahlen."
Rückläufige Kinderzahlen im gesamten Landkreis
Florin Stahlkopf wies darauf hin, dass die Kinderzahl im gesamten Landkreis rückläufig sei. Daher sei eine Unterbringung der Borkener Kinder in anderen Einrichtungen nicht problematisch. Das Jugendamt werde die Eltern nach Kräften unterstützen, sollten alternative Betreuungsplätze benötigt werden.
Drohende Rückzahlung von Fördermitteln
Ein besonders schwerwiegendes Problem stellt die mögliche Rückzahlung von Fördermitteln dar. Bürgermeister Karsten Joachim erklärte: "Sollte die Einrichtung nicht mehr für eine Kinderbetreuung genutzt werden, drohe eine Rückzahlung von Fördermitteln in Höhe von rund 500.000 Euro. Das wäre natürlich für die Gemeinde ein herber Schlag und würde uns finanziell sehr schmerzen." Als der Antrag zur Sanierung der Kita gestellt wurde, sei von einem deutlichen Einbruch der Kinderzahlen nicht die Rede gewesen.
Zukunft des sanierten Gebäudes ungewiss
Der Landkreis bleibt mit der Gemeinde im Gespräch, um Alternativen für das mit Fördermitteln sanierte Gebäude zu suchen. Sollten sich andere Nutzungsmöglichkeiten ergeben, müssten diese mit dem Fördermittelgeber besprochen werden. Allerdings könne das Gespräch mit dem Land grundsätzlich erst bei konkreten konzeptionellen Vorstellungen und machbaren Umsetzungen gesucht werden.
Die Kita in Borken, die als barrierefrei, saniert und mit Terrasse beschrieben wird, steht somit vor einer ungewissen Zukunft. Trotz der Zufriedenheit der Eltern und der modernen Ausstattung scheint die wirtschaftliche Realität eine Fortführung des Betriebs zu verhindern.



