LNG-Terminal auf Rügen plant Kapazitätsausbau bis 2043 trotz Kritik der Umwelthilfe
Rügen: LNG-Terminal will Kapazitäten bis 2043 ausbauen

LNG-Terminal auf Rügen strebt erheblichen Kapazitätsausbau bis 2043 an

Die Deutsche Regas, Betreiberin des umstrittenen LNG-Terminals „Deutsche Ostsee“ auf Rügen, hat ambitionierte Pläne für einen weiteren Ausbau der Anlage bekannt gegeben. Das Unternehmen plant, zusätzliche Regasifizierungskapazitäten von bis zu zwei Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr für den Zeitraum von 2028 bis einschließlich 2043 zu schaffen. Dies soll die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa stärken und mehr Planungssicherheit für Energieversorger sowie energieintensive Industrien bieten.

Streit um Zahlen zwischen Betreibern und Umweltschützern

Parallel zu diesen Expansionsplänen tobt ein heftiger Disput zwischen der Deutschen Regas und der Deutschen Umwelthilfe über die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Terminals. Anfang Februar feierte sich die Deutsche Regas in einer Pressemitteilung selbst, indem sie mitteilte, dass das Terminal in den vergangenen drei Monaten mit 12,9 Terawattstunden die größte Gasmenge aller schwimmenden LNG-Terminals in Europa regasifiziert habe. Im kalten Januar 2026 seien zudem 4,4 Terawattstunden in das deutsche Fernleitungsnetz eingespeist worden – die höchste Menge aller deutschen LNG-Terminals in diesem Monat.

Constantin Zerger, Energieexperte der Deutschen Umwelthilfe, widerspricht dieser Darstellung vehement. Er verweist auf Daten der Transparenzplattform von Gas Infrastructure Europe, wonach im Januar 2026 die Einspeisungen wie folgt aussahen: Brunsbüttel (2,1 TWh), Wilhelmshaven 1+2 (4,8 TWh), Rügen (4,4 TWh). „Somit war der Standort Wilhelmshaven – und das ist unverändert – der wichtigste Standort für die Einspeisung von Flüssigerdgas in Deutschland“, betont Zerger. Die Umwelthilfe kritisiert, dass die Deutsche Regas gezielt Zeiträume auswähle, in denen ihr Terminalschiff stark genutzt werde, und verweist darauf, dass Rügen im Gesamtjahr 2025 die niedrigste Gas-Einspeisung aller deutschen Terminals aufweise.

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Regas kontert mit Vorwürfen der Manipulation

Jan-Peter Haack, Pressesprecher der Deutschen Regas, weist die Kritik der Umwelthilfe zurück und bezeichnet deren Zahlen als „interpretierbar“. Er wirft der Organisation vor, die Einspeisungen der beiden separaten Terminals in Wilhelmshaven stets zusammenzurechnen, während Wartungsarbeiten bei anderen Standorten herausgerechnet, aber Baggerarbeiten in Rügen in die verfügbaren Kapazitäten einbezogen würden. „Das sind interpretierbare Zahlen“, so Haack, der die Darstellung der Umwelthilfe als irreführend brandmarkt.

Langfristige Ausbaupläne trotz anhaltender Kontroversen

Ungeachtet des Streits treibt die Deutsche Regas ihre Expansionspläne entschlossen voran. Das Unternehmen kündigte an, die von der Bundesnetzagentur genehmigte Terminalkapazität von 13,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas wiederherstellen zu wollen. Ingo Wagner, geschäftsführender Gesellschafter der Regas, unterstreicht die strategische Bedeutung: „Wir stärken mit der erhöhten Kapazität die Versorgungssicherheit und schaffen eine höhere Planungssicherheit für Energieversorger sowie energieintensive Industrien in Deutschland und Europa.“

Die Debatte um das LNG-Terminal auf Rügen spiegelt die grundsätzliche Spannung zwischen energiepolitischen Notwendigkeiten und umweltpolitischen Bedenken wider. Während die Betreiber auf die Bedeutung der Anlage für die Gasversorgung hinweisen, bleibt die Deutsche Umwelthilfe bei ihrer kritischen Haltung gegenüber fossilen Energieträgern wie Flüssigerdgas. Der weitere Ausbau des Terminals dürfte daher auch in Zukunft für kontroverse Diskussionen sorgen.

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