Polens verschärfte Verkehrsregeln: Hohe Bußgelder und Führerscheinentzug drohen
Polens neue Verkehrsregeln: Hohe Strafen für Raser (09.04.2026)

Polens verschärfte Verkehrsregeln: Hohe Bußgelder und Führerscheinentzug drohen

Wer aktuell nach Polen reist, sollte die neuen Verkehrsregeln genau kennen. Seit August 2025 gilt ein deutlich verschärfter Bußgeldkatalog, der für deutsche Autofahrer ernste Konsequenzen haben kann. Der Liepgartener Fahrlehrer Alfons Bärwald erklärt die wichtigsten Neuerungen und warnt vor den Risiken.

Massive Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen

Die polnischen Behörden haben die Strafen für Verkehrsverstöße deutlich erhöht. Bei einer Tempoüberschreitung bis zu 30 km/h sind jetzt 93 Euro fällig, bei mehr als 30 km/h sogar 180 Euro. Besonders drastisch sind die Folgen bei 50 km/h zu schnell: Hier drohen 5000 Zloty, umgerechnet etwa 1170 Euro, sowie ein dreimonatiger Führerscheinentzug. Wer also mit 80 km/h durch eine 30er-Zone fährt, verliert für drei Monate die Fahrerlaubnis und muss tief in die Tasche greifen.

Die Erhöhung von früher 380 Euro auf nun 1170 Euro zeigt, dass es den polnischen Behörden ernst ist mit der Verkehrssicherheit. Wer sich trotz Führerscheinentzug ans Steuer setzt, riskiert ein lebenslanges Fahrverbot für das polnische Staatsgebiet.

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Noch härtere Konsequenzen bei schweren Verstößen

Bei illegalen Autorennen, schweren Verkehrsgefährdungen oder extremen Geschwindigkeitsüberschreitungen – mehr als 50 Prozent auf Schnellstraßen und Autobahnen oder mehr als 100 Prozent auf anderen Straßen – werden die Strafen noch drastischer. Wenn dabei andere Personen gefährdet werden, können Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren verhängt werden. Bei Unfällen mit Todesopfern sind sogar Gefängnisstrafen bis zu zehn Jahren möglich.

Falls die Vergehen vor Gericht landen, können in schweren Fällen Geldstrafen in Höhe von 30.000 Zloty, etwa 7000 Euro, verhängt werden. Auch deutschen Autofahrern kann in solchen Fällen der Führerschein entzogen werden, der dann an die deutsche Botschaft in Polen übergeben wird.

Neue Regelungen zum Schutz von Rettungskräften

Um Rettungskräfte nicht zu behindern, gilt in Polen jetzt ein striktes Fotografierverbot an Unfallstellen oder ähnlichen Situationen. Wer trotzdem fotografiert, muss mit Geldstrafen von umgerechnet 4600 Euro und Arreststrafen von 5 bis 30 Tagen rechnen. Zusätzlich kann die Kamera eingezogen werden.

Hintergrund: Kampf gegen Verkehrstote

Mit diesen verschärften Regelungen reagiert Polen auf die immer noch zu hohe Zahl an Verkehrstoten. Obwohl die Zahlen rückläufig sind, will das Nachbarland die Sicherheit weiter verbessern. Die neuen Vorschriften zielen gezielt auf Raser, Wiederholungstäter und rücksichtslose Autofahrer ab – unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit.

Alle in Polen verhängten Bußgelder werden auch in Deutschland vollstreckt. Deutsche Autofahrer müssen zudem aufpassen, nicht zu viele Punkte in der polnischen Verkehrssünderdatei zu sammeln. Bei 24 Punkten ist die Fahrerlaubnis weg, und der Führerschein wird an die deutsche Botschaft übergeben.

Vorbild für Deutschland?

Für Fahrlehrer Alfons Bärwald ist Polen ein Beispiel, wie es auch in Deutschland gehen könnte. Auch hier gibt es noch zu viele Verkehrstote. Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurden im ersten Halbjahr 2025 bereits 46 Verkehrstote gezählt – sieben mehr als im Vorjahreszeitraum. „Die Polen machen was“, betont Bärwald. Er regt auch in Deutschland härtere Strafen an, um die Zahl der Unfälle und vor allem der Verkehrstoten zu senken. „Denn jeder Tote ist einer zu viel“, sagt er abschließend.

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