MV investiert Millionen in neue Rettungswachen für schnellere Notfallhilfe
In Mecklenburg-Vorpommern werden aktuell umfangreiche Investitionen in den Bau neuer Rettungswachen getätigt, um die Notfallversorgung in den Landkreisen zu verbessern. Die Maßnahmen zielen darauf ab, trotz deutlich gestiegener Rettungsdiensteinsätze die Hilfsfristen konstant niedrig zu halten und die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu stärken.
Großprojekte in der Mecklenburgischen Seenplatte
Allein im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte werden 15,5 Millionen Euro in den Neubau von Rettungswachen investiert. Geplant sind Standorte in Altentreptow, Dargun, Sietow, Bredenfelde bei Woldegk und Malchin. Die Rettungswache Altentreptow soll bereits im dritten Quartal 2026 fertiggestellt werden, während die übrigen Bauvorhaben bis Ende 2028 abgeschlossen sein sollen.
Weitere Bauaktivitäten in verschiedenen Landkreisen
Neben der Mecklenburgischen Seenplatte zeigen auch andere Kreise starkes Engagement:
- Im Landkreis Rostock geht im Mai 2026 eine neue Rettungswache in Groß Wüstenfelde in Betrieb, die gemietet wird und somit keine Investitionskosten verursacht.
- Der Landkreis Vorpommern-Greifswald baut derzeit in Hintersee für etwa 1,6 Millionen Euro, mit Fertigstellung Ende dieses Jahres. Weitere Standorte sind in Trassenheide, Ueckermünde und Züssow geplant.
- Im Landkreis Nordwestmecklenburg entstehen Rettungswachen in Rieps (1,8 Millionen Euro, Inbetriebnahme zweites Quartal 2026) und Mühlen Eichsen.
- Der Landkreis Ludwigslust-Parchim plant nach der Eröffnung in Gallin 2025 zwei weitere Wachen bis Ende 2027 mit jeweils etwa zwei Millionen Euro sowie eine Lehrrettungswache in Plau am See für circa drei Millionen Euro.
Baufortschritte und Zeitpläne
Die Arbeiten an der Rettungswache Albinshof begannen Ende Oktober 2025 und dauern voraussichtlich 14 Monate bei Kosten von 1,56 Millionen Euro. In Murchin ist der Baustart für Juni 2026 vorgesehen mit einer Bauzeit von einem Jahr und erwarteten Kosten von 1,59 Millionen Euro. Zudem strebt der Kreis Vorpommern-Greifswald den Umbau einer Immobilie zur Rettungswache Greifswald West an.
Steigende Einsatzzahlen bei stabiler Hilfsfrist
Laut Sozialministerium hat sich die Zahl der Rettungsdiensteinsätze in Mecklenburg-Vorpommern von 184.000 im Jahr 2018 über 188.500 im Jahr 2021 auf 205.500 im Jahr 2024 erhöht. Bemerkenswert ist, dass die durchschnittliche Hilfsfrist trotz dieses Anstiegs relativ konstant blieb: Sie lag 2018 bei 9:28 Minuten, 2021 bei 9:35 Minuten und 2024 bei 9:20 Minuten. Diese Stabilität unterstreicht die Effektivität der bisherigen Rettungsdienstarbeit und die Notwendigkeit der aktuellen Investitionen.
Die umfangreichen Bauvorhaben demonstrieren das klare Bekenntnis der Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern zur Verbesserung der Notfallinfrastruktur. Durch diese Maßnahmen soll die medizinische Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen nachhaltig gestärkt und für die Zukunft gesichert werden.



