Landfrauen stiften handgefertigte Decken für Frauenhaus in Wismar als Zeichen gegen häusliche Gewalt
Landfrauen stiften Decken für Frauenhaus gegen häusliche Gewalt

Landfrauen setzen mit Handarbeit ein stilles Statement gegen häusliche Gewalt

Mit viel Herz, Geduld und unzähligen Arbeitsstunden haben die Landfrauen aus Nordwestmecklenburg ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität gesetzt. Im Rahmen der Aktion „Mit Nadel und Faden gegen das Schweigen – Landfrauen schenken Wärme“ übergaben sie insgesamt 22 handgefertigte Decken an das Awo-Frauenhaus in Wismar. Diese Initiative wurde von der ehemaligen Landesvorsitzenden des Land-Frauenverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Heike Müller, ins Leben gerufen.

Emotionale Unterstützung durch handgefertigte Decken

Das Ziel der Aktion ist es, Frauen und deren Kindern, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, nicht nur materielle, sondern vor allem emotionale Unterstützung zu geben. Jede Decke steht symbolisch für Wärme, Geborgenheit und eine tröstende Umarmung in einer besonders schweren Lebensphase. Die Decken werden im Awo-Frauenhaus Wismar als Willkommensgeschenk an neu einziehende Frauen und ihre Kinder überreicht.

„Es ist mehr als nur eine Decke“, betonte die Leitung des Frauenhauses. Sie vermittle das Gefühl von Schutz und werde zu einem persönlichen Begleiter. Die Frauen dürfen die Decken bei ihrem Auszug mitnehmen – als bleibendes Zeichen, dass sie nicht allein sind und Unterstützung erfahren haben.

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Gemeinschaftsarbeit mit enormem Zeitaufwand

Fast jede Decke ist in aufwendiger Gemeinschaftsarbeit entstanden – gestrickt, gehäkelt und sorgfältig zusammengenäht. Nach Angaben von Michaela Boddin von den Landfrauen Nordwestmecklenburg sind pro Decke durchschnittlich 150 Arbeitsstunden zusammengekommen. Die Landfrauen aus verschiedenen Ortsgruppen trafen sich über Monate hinweg regelmäßig, um gemeinsam zu arbeiten, Erfahrungen auszutauschen und ein Stück Hoffnung zu schaffen.

Das Team des Frauenhauses zeigte sich tief bewegt von dieser besonderen Geste und dankte ausdrücklich für die Solidarität und den Fleiß der Landfrauen. In einer Zeit, in der häusliche Gewalt noch immer häufig im Verborgenen stattfinde, sei diese Form der Unterstützung ein sichtbares und berührendes Zeichen gegen das Schweigen.

Landesweite Initiative mit beachtlicher Reichweite

Während in Nordwestmecklenburg 22 kuschelige Decken entstanden sind, wurden in ganz Mecklenburg-Vorpommern durch die verschiedenen Ortsgruppen und Kreisvereine insgesamt 160 handgefertigte Decken produziert und an soziale Einrichtungen übergeben. Diese beeindruckende Zahl unterstreicht das Engagement und die Verbundenheit der Landfrauen in der gesamten Region.

Studie offenbart erschreckende Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt

Eine aktuelle Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamts im Auftrag der Bundesregierung zeigt auf, dass erschreckend wenige Delikte aus dem Bereich häuslicher und sexualisierter Gewalt zur Anzeige gebracht werden. Für die Studie wurden rund 15.000 Personen im Alter von 16 bis 85 Jahren zwischen Juli 2023 und Januar 2025 befragt.

Im Fokus standen Erfahrungen mit Partnerschaftsgewalt, sexualisierter Gewalt, Stalking und Gewalt im digitalen Raum. Die Ergebnisse sind alarmierend: Fast jede sechste Person erlebte körperliche Gewalt in der Partnerschaft, doch 19 von 20 Taten werden nicht angezeigt. Oft scheuen betroffene Menschen aus massiver Verunsicherung den Schritt zur Anzeige.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Initiative der Landfrauen zusätzliche Bedeutung. Sie zeigt, dass praktische Solidarität und emotionale Unterstützung wichtige Bausteine im Kampf gegen häusliche Gewalt sind – besonders in einer Gesellschaft, in der viele Betroffene noch immer im Verborgenen leiden.

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