Krakow am See verliert Bäderregelung: Sonntagsöffnungen für Geschäfte gestrichen
Krakow am See zieht jährlich zahlreiche Touristen an, doch nicht alle Besucher werden von der Stadt erfasst. Das hat nun direkte Auswirkungen auf die Öffnungszeiten von Geschäften. Ab Mitte März konnten Einwohner und Besucher für gewöhnlich auch am Sonntag in Supermärkten wie Edeka, Netto oder Aldi einkaufen, dank der Bäderregelung, die jahrelang für den Ort galt. In diesem Jahr ist das jedoch anders.
Keine Bäderregelung wegen neuer Berechnung
Wie Bürgermeister Dirk Rojahn mitteilte, gilt für Krakow am See nicht mehr die Bäderregelung, die am Sonntag für offene Supermärkte sorgte. „Wir haben unsere Gästezahlen ans Wirtschaftsministerium gemeldet, aber die haben nicht mehr ausgereicht“, sagt Dirk Rojahn. So habe sich im Ministerium die Berechnungsgrundlage geändert, weshalb sie aus der Bäderregelung herausgefallen seien. Die Stadt sei zu dem negativen Bescheid zunächst in Widerspruch gegangen, so Rojahn, allerdings ohne Erfolg.
Die Bäderregelung – seit Februar 2025 auch als Öffnungszeitenverordnung bezeichnet – wird für Welterbestätten oder Gemeinden, Gemeindeteile oder Tourismusregionen, die nach dem Kurortegesetz anerkannt sind, vergeben. Das Wirtschaftsministerium, an das die jeweilige Anzahl der Übernachtungsgäste übermittelt wird, stellt dann das besonders hohe Tourismusaufkommen fest und erlässt dann die Bäderregelung. Bei Krakow am See hatte es nun an der Gäste-Anzahl gemangelt.
Besucherzahlen werden nicht im Kurwald erhoben
Bürgermeister Dirk Rojahn vermutet, woran das gelegen haben könnte: am gut besuchten Kurwald. Dieser sei für alle Leute frei zugänglich, wodurch keine Zählung von Tages- und Urlaubsgästen erfolge. Nun werde nach Möglichkeiten gesucht, um die Besucher hier, aber auch in anderen Bereichen und Einrichtungen der Stadt künftig besser erfassen zu können.
Denn die Stadt möchte schnellstmöglich wieder zu den Orten mit Bäderregelung gehören. „Das ist vor allem in den Sommermonaten wichtig, da zu der Zeit viele Urlauber in der Stadt und Umgebung sind“, erläutert Dirk Rojahn. Die sollen sich in den geöffneten Supermärkten versorgen können. So hatte die Stadt noch einmal verschiedenste touristische Angebote oder Einrichtungen in der Stadt und den Ortsteilen „abgeklopft“, um zu den bereits vorhandenen Gästezahlen weitere Angaben hinzufügen zu können.
Stadt hat weitere Gästezahlen erschlossen
Dazu zähle beispielsweise der Radweg Berlin-Kopenhagen, der durch Krakow am See führt. Die Leute, die darauf entlang fahren, würden ebenfalls die Infrastruktur von Krakow nutzen und im Ort verweilen, ergänzt Rojahn. Auch beim Jugendschloss in Neu Sammit sei die Stadt auf weiteres Potential gestoßen. Dort sei mit dem „Schlossblick“ jüngst ein neues Haus hinzu gekommen, was die Besucherzahlen steigen lasse. Die überarbeiteten Zahlen seien dem Wirtschaftsministerium zugesandt worden. Bislang liege aber noch keine Antwort vor, ob in Krakow am See dieses Jahr doch die Bäderregelung gelte, so Rojahn.
Um künftig noch genauere Angaben zum Besucher-Aufkommen machen zu können, soll die Kurabgabe auch bald auf digitalem Weg erhoben werden. Im Zuge der angedachten Tourismusregion „Mecklenburgs Mitte“ sei eine digitale Gästekarte angedacht, erklärt Dirk Rojahn. Hierdurch solle besser nachvollziehbar sein, wer die Kurabgabe gezahlt hat. Zugleich könne so auch die Gästeanzahl ermittelt werden.
Darüber hinaus solle sich auch künftig der Tourismusmanager, für den die Stadt auch Fördermittel einwerben konnte, um die Gästezahlen kümmern. Diese Stelle solle nun laut Bürgermeister Dirk Rojahn zum 1. Mai besetzt werden.



