Gorch Fock startet Atlantik-Überquerung: Junge Wehrdienstleistende segeln nach Amerika
Gorch Fock segelt mit Work-and-Travel-Crew nach Amerika

Segelschulschiff Gorch Fock bricht zu historischer Atlantik-Überquerung auf

Von seinem Heimathafen Kiel ist das legendäre Segelschulschiff Gorch Fock zu einer besonderen Amerikareise gestartet. Kommandant Elmar Bornkessel bezeichnete die Expedition als eine besondere Auslandsausbildungsreise, da das Schiff nach mehreren Jahren erstmals wieder den Atlantik überquert. Die Rückkehr nach Kiel ist für Mitte September geplant, was eine Gesamtdauer von etwa 165 Tagen ergibt.

Historische Route mit bedeutenden Stationen

Die Reiseroute führt das Schiff durch mehrere bedeutende Häfen:

  • Bayonne in Frankreich
  • Las Palmas auf Gran Canaria (Spanien)
  • Hamilton auf Bermuda
  • Norfolk, Baltimore und New York in den USA
  • Halifax in Kanada
  • Reykjavik in Island

Höhepunkt der Reise werden die Feierlichkeiten zur 250-jährigen Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten am 4. Juli in New York sein. Dort erwartet die Gorch Fock ein spektakuläres Ereignis: Über 100 Großsegler aus aller Welt werden zu einer großen Flottenparade erwartet, die mehrere Millionen Zuschauer anziehen soll. Begleitet wird das Spektakel von einem großen Feuerwerk.

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Wiederbegegnung der Schwesterschiffe nach fast 50 Jahren

Ein besonderes historisches Ereignis erwartet die Crew in Boston: Dort treffen die Fünf Schwestern – die Gorch Fock und ihre vier aktiven Schwesterschiffe – erstmals seit 1976 wieder zusammen. Neben dem deutschen Segelschulschiff nehmen teil:

  1. Die Eagle aus den Vereinigten Staaten
  2. Die Sagres aus Portugal
  3. Die Mircea aus Rumänien

Zusammen mit dem Museumsschiff Gorch Fock 1 werden sie um die begehrte Five Sisters Trophy segeln. Kommandant Bornkessel äußerte die Hoffnung, dass sein Schiff als Sieger in Boston einlaufen wird.

Work-and-Travel-Programm der Bundeswehr an Bord

Besonders bemerkenswert ist die Besatzung der aktuellen Reise: Neben der Stammbesatzung sind erstmals 21 Teilnehmer des neuen Bundeswehr-Programms Work & Travel an Bord. Diese jungen Männer und Frauen haben sich über den freiwilligen Wehrdienst für die Marine entschieden und erleben nun ein einzigartiges Abenteuer auf See.

Zu den ersten Teilnehmern gehören die beiden Obergefreiten Tia und Max, die in Kiel an Bord gingen. Auf zwei weiteren Reiseabschnitten sollen jeweils 25 weitere junge Erwachsene hinzukommen, sodass insgesamt etwa 160 Menschen an verschiedenen Etappen der Reise teilnehmen werden.

Historische Parallelen zur 200-Jahr-Feier 1976

Die aktuelle Reise weist interessante historische Parallelen auf: Bereits 1976, anlässlich der 200-Jahr-Feier der USA, war die Gorch Fock in amerikanischen Gewässern unterwegs. Damals trafen ebenfalls die Schwesterschiffe zusammen – ein Ereignis, das sich nun nach fast fünf Jahrzehnten wiederholt.

Kommandant Bornkessel betonte die Bedeutung dieser Reise für die Ausbildung der jungen Besatzungsmitglieder und für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Die Atlantik-Überquerung mit traditioneller Segelschifffahrt stellt dabei eine besondere Herausforderung und ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten dar.

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