Mehr Feldhasen in Mecklenburg-Vorpommern: Bestand steigt um 20 Prozent
Feldhasen-Bestand in MV steigt um 20 Prozent

Feldhasen-Bestand in Mecklenburg-Vorpommern zeigt erfreuliche Zunahme

Passend zur Osterzeit gibt es positive Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern: Die Zahl der Feldhasen im nordöstlichen Bundesland hat sich deutlich erhöht. Laut dem Landesjagdverband wurden bei der jüngsten Erhebung im vergangenen Jahr etwa sechs Hasen pro 100 Hektar ermittelt. Dies entspricht einem bemerkenswerten Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings weist der Verband darauf hin, dass diese Erhebung nur Daten aus vier der insgesamt 35 Zählgebiete des Landes umfasst, was die Aussagekraft etwas einschränkt.

Bundesweiter Vergleich zeigt deutliche Unterschiede

Im bundesweiten Vergleich bleibt die Situation in Mecklenburg-Vorpommern jedoch besorgniserregend. Während deutschlandweit durchschnittlich 19 Tiere pro 100 Hektar gezählt wurden – das sind mehr als ein Viertel mehr als noch vor zwei Jahrzehnten – liegt der Nordosten deutlich darunter. Besonders hoch ist die Hasendichte im Nordwesten Deutschlands, wo im Schnitt 30 Feldhasen pro Quadratkilometer leben. Der Landesjagdverband führt den niedrigeren Bestand in Mecklenburg-Vorpommern hauptsächlich auf die dort vorherrschende Agrarwirtschaft zurück. Dennoch bewertet er die langsame Erhöhung des Bestands als durchaus positives Zeichen für die regionale Artenvielfalt.

Wie die Hasenzählung genau funktioniert

Die Bestandszahlen stammen aus einem bundesweiten Beobachtungsprogramm, das wissenschaftlich fundierte Daten liefert. Bei dieser Methode fahren Jägerinnen und Jäger nachts festgelegte Strecken ab und zählen die Tiere mit Hilfe spezieller Scheinwerfer. Die Augen der Feldhasen reflektieren das Licht auf eine charakteristische Weise, wodurch sie sich eindeutig von anderen Wildtieren unterscheiden lassen. Die gesammelten Beobachtungen werden anschließend von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sorgfältig ausgewertet und zwischen verschiedenen Regionen sowie Zeiträumen verglichen. Auf diese Weise lässt sich zuverlässig erkennen, wie sich die Hasenbestände entwickeln und ob sie langfristig zu- oder abnehmen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Umweltfaktoren begünstigen Hasenpopulationen

Dass es den Hasenbeständen in Deutschland insgesamt gut geht, liegt auch an günstigen Umweltbedingungen. Nach Angaben des Jagdverbands profitierten die Tiere besonders vom milden Winter 2024/25 und einem ungewöhnlich trockenen Frühjahr, wie der Deutsche Wetterdienst bestätigt. Der Feldhase bevorzugt grundsätzlich offene, strukturreiche Landschaften, Brachen und Blühstreifen, die in der modernen Agrarlandschaft jedoch immer seltener werden. „Vor allem die intensive Landwirtschaft ist für den Feldhasen genau wie für Rebhuhn und Kiebitz ein Problem“, erklärt Klaus Hackländer, Wildtierbiologe und Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. „Würde jeder Landwirt zumindest sieben Prozent seiner Ackerfläche brach liegen lassen, wäre dem Überlebenskünstler schon sehr geholfen“, ergänzt er mit einem konkreten Lösungsvorschlag.

Neue Bedrohung durch Viruserkrankung

Sorgen bereitet dem Jagdverband eine vergleichsweise neue Krankheit: die Myxomatose. Diese wurde erstmals 2023 bei Feldhasen in Deutschland nachgewiesen und verläuft bei Feldhasen und Kaninchen meist tödlich. Welchen Einfluss sie langfristig auf die Bestände haben wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen, wie der Deutsche Jagdverband mitteilt. Bundesweit zeigen die aktuellen Daten bislang keine negativen Effekte auf die Populationen. Untersuchungen aus Nordrhein-Westfalen deuten jedoch darauf hin, dass sich stark betroffene Bestände bislang nicht erholt haben, während weniger betroffene Populationen stabil geblieben sind. Diese Entwicklung wird von Wildtier-Experten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration