Tragischer Schlittenunfall in Kuchelmiß: Elfjähriger stirbt bei selbstgebauter Konstruktion
Elfjähriger stirbt bei Schlittenunfall in Kuchelmiß (19.02.2026)

Tragödie in Mecklenburg-Vorpommern: Elfjähriger stirbt bei Schlittenunfall

In der Gemeinde Kuchelmiß im Landkreis Rostock herrscht tiefe Trauer nach einem tragischen Schlittenunfall, bei dem ein elfjähriger Junge aus dem nahegelegenen Serrahn am Sonntag ums Leben kam. Der Junge saß gemeinsam mit einem 13-jährigen Jungen und einem elf Jahre alten Mädchen in einem selbstgebauten Schlitten, der von einem Transporter gezogen wurde. Plötzlich verlor der 37-jährige Fahrer laut Polizeiangaben die Kontrolle über das Fahrzeug, wodurch der Schlitten mit hoher Geschwindigkeit frontal gegen einen Stapel Holzstämme prallte. Der Aufprall war so heftig, dass der Elfjährige noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen erlag. Die beiden anderen Kinder erlitten glücklicherweise nur leichte Verletzungen.

Selbstgebaute Konstruktion aus Wasserkanister

Der tödliche Schlitten, der sich nun in polizeilicher Verwahrung befindet, war aus einem großen Wasserkanister gefertigt worden, den der 37-jährige Fahrer auseinandergeschnitten und zu einem Schlitten umfunktioniert hatte. Diese improvisierte Konstruktion bot Platz für drei Kinder und wurde an der Anhängerkupplung des Transporters befestigt. Der Unfall ereignete sich auf dem Gelände eines stillgelegten Feriencamps, wo sich auch ein kleiner Rodelberg befindet. Laut Aussagen von Einwohnern war es in der Region seit vielen Jahren nicht unüblich, bei ausreichender Schneedecke einen Schlitten an ein langsam fahrendes Fahrzeug wie einen Traktor oder sogar ein Pferd zu hängen.

Gemeinde im Schockzustand

Der verunglückte Junge war in Kuchelmiß gut bekannt, hatte dort den Kindergarten besucht und war aktives Mitglied der Jugendwehr der Freiwilligen Feuerwehr. Eine anonym bleibende Einwohnerin beschrieb ihn als liebenswerten Jungen mit fürsorglichen Eltern, Großeltern und einem noch lebenden Urgroßvater. Der 37-jährige Fahrer, der selbst Vater mehrerer Kinder ist und seit einigen Jahren in der Region lebt, wird von Nachbarn als engagiertes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und als "richtig guter Mensch" beschrieben. Er soll unmittelbar nach dem Unfall Wiederbelebungsmaßnahmen am Jungen eingeleitet haben, doch jede Hilfe kam zu spät. Der Mann steht laut Zeugen unter schwerem Schock.

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Feuerwehr sagt Veranstaltungen ab

Die örtliche Feuerwehr hat aus Respekt vor der Trauer das für das kommende Wochenende geplante Eisbein-Essen abgesagt. Wehrführer Andreas Dau bezeichnete den 37-jährigen als eines der zuverlässigsten und engagiertesten Mitglieder der Wehr. "Wir waren am Sonntag bei seiner Familie, hatten die Kinder betreut und ihm auch Hilfe angeboten", erklärte Dau. Die Feuerwehr plant nun, den Mitgliedern der Jugendwehr eine Möglichkeit der Abschiednahme zu geben, wobei die konkreten Überlegungen dazu noch in den Anfängen stehen.

Dritte Tragödie binnen eines Jahres

Am Unglücksort haben trauernde Menschen bereits Blumen, Kuscheltiere und Kerzen niedergelegt. Dieser tödliche Schlittenunfall markiert bereits das dritte schwere Unglück innerhalb eines Jahres in der Gegend um Kuchelmiß. Im April des vergangenen Jahres starb ein zwölfjähriger Junge bei einem Motorradunfall im nahen Groß Grabow. Im selben Monat kamen ein Vater und sein neunjähriger Sohn bei einem Autounfall auf der A19 ums Leben. Die wiederkehrenden Tragödien belasten die kleine Gemeinde zutiefst, während sie gemeinsam um Halt ringt.

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