DDR-Museumsschiff nach Werftaufenthalt zurück in Peenemünde
Das historische DDR-Museumsschiff „Hans Beimler“ ist nach einem umfangreichen Werftaufenthalt wieder an seinen angestammten Liegeplatz im Hafen von Peenemünde zurückgekehrt. Die Rücküberführung des letzten größeren Kampfschiffs der ehemaligen Volksmarine der DDR verlief jedoch nicht ohne Zwischenfall, der für Aufregung sorgte.
Unerwartete Kollision an der Peenebrücke
Bei der Passage der Peenebrücke auf dem Rückweg von der Wolgaster Peene-Werft kam es zu einem unvorhergesehenen Vorfall. Das hintere der beiden Schleppboote, die das Museumsschiff begleiteten, stellte sich aus bislang ungeklärten Gründen quer und kollidierte mit einem Dalben am Leitwerk der Brücke. Dabei entstand ein Sachschaden, Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Die Wasserschutzpolizei Wolgast wurde umgehend alarmiert und war vor Ort im Einsatz, um die Situation zu klären.
Historisches Schiff mit bewegter Vergangenheit
Die „Hans Beimler“ wurde in den 1980er Jahren in Russland gebaut und ist mit einer Länge von etwa 56 Metern das letzte verbliebene Schiff von ursprünglich fünf Einheiten seiner Klasse. Lutz Hübner, Schatzmeister des Fördervereins Peenemünde, erklärt die ursprüngliche Mission: „Mit seinen vier Raketen an Rügens Küste stationiert, sollte die ‚Hans Beimler‘ andere Schiffe bekämpfen. Schnell rausfahren, Ziel erfassen, bekämpfen, wieder nach Hause kommen.“
Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten auf der Werft
Der jüngste Werftaufenthalt diente der dringend notwendigen Konservierung des Schiffes:
- Der Bereich unter der Wasserlinie erhielt einen neuen Schutzanstrich
- Der Mast wurde komplett neu konserviert
- Weitere Arbeiten am Deck sind für dieses Jahr geplant
„Der letzte Werftaufenthalt der ‚Hans Beimler‘ war bereits 1993“, betont Hübner. „Durch die vielen Besucher müssen wir das Schiff regelmäßig instand halten.“ Im vergangenen Jahr besuchten etwa 18.000 Menschen das historische Museumsschiff.
Finanzierung durch Spenden und Eintrittsgelder
Die Kosten für den Werftaufenthalt beliefen sich auf etwa 100.000 Euro, zuzüglich der Schlepperkosten. Die Finanzierung erfolgte durch:
- Eintrittsgelder der Besucher
- Eigenmittel des Fördervereins
- Private Spenden
„Ohne die Spenden, die wir im letzten Monat erhalten haben, hätten wir es nicht geschafft“, gesteht Hübner. Der Verein hatte Anfang des Jahres einen Spendenaufruf gestartet, nachdem sich während der Werftarbeiten herausstellte, dass umfangreichere Arbeiten als ursprünglich geplant notwendig waren.
Zukunft des maritimen Denkmals
Trotz des Zwischenfalls bei der Rücküberführung ist die „Hans Beimler“ nun wieder an ihrem angestammten Platz in Peenemünde. Das Schiff dient nicht nur als Museum, sondern auch als wichtiges Zeugnis der maritimen Geschichte der DDR. Die geplanten weiteren Instandhaltungsarbeiten sollen sicherstellen, dass dieses historische Schiff auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt und weiterhin Besucher über die Geschichte der Volksmarine informieren kann.



