Dargun: Schwimmerinsel muss aus Klostersee - Badeordnung abgeschafft
Dargun: Schwimmerinsel muss aus Klostersee entfernt werden

Dargun verabschiedet sich von Schwimmerinsel und Badeordnung

Die Badesaison 2026 am Darguner Klostersee beginnt mit tiefgreifenden Veränderungen. Die einst beliebte Schwimmerinsel mit ihrer spektakulären Rutsche und dem imposanten Sprungturm wird noch vor Saisonstart aus dem Wasser geholt. Nach nur acht Sommern, in denen sie für Badevergnügen sorgte, ist ihre Zeit abgelaufen. Gleichzeitig wird die bisherige Badeordnung komplett aufgehoben – die 28 detaillierten Regeln, die das Strandleben bisher bestimmten, gehören der Vergangenheit an.

Vom Strandbad zur einfachen Badestelle

Die Stadtvertreter von Dargun haben einstimmig beschlossen, das bisherige Strandbad in eine öffentliche Badestelle umzuwandeln. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen: Ohne offizielle Badeaufsicht baden Besucher künftig auf eigene Gefahr. Bürgervorsteher Karl-Heinz Graupmann brachte es nach der Abstimmung auf den Punkt: „Jetzt wird ohne Badeordnung gebadet.“ Die Stadt spart sich damit jährliche Kosten von etwa 140.000 Euro für Aufsichtspersonal, die bei Beibehaltung des Naturbad-Status notwendig gewesen wären.

Zeitplan für den Rückbau

Bürgermeisterin Jana Böttcher teilte mit, dass für den Rückbau der Schwimmerinsel und der Seilbahn bereits die Ausschreibung läuft. Bis zum 30. April sollen beide Anlagen aus dem Wasser entfernt werden – rechtzeitig vor dem Saisonstart. Die Schwimmerinsel war erst im Herbst 2017 für rund 120.000 Euro angeschafft worden und galt damals als Attraktion. Doch ein Gutachten deckte erhebliche Sicherheitsmängel an beiden Einrichtungen auf, was die Entscheidung für den Rückbau beschleunigte.

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Neue Öffnungszeiten und weitere Einrichtungen

Während einige Darguner die beliebten Wassereinrichtungen vermissen werden, bringt die Umwandlung auch Vorteile mit sich. Die Badestelle soll ab Ostern ständig geöffnet sein – eine deutliche Verbesserung gegenüber den bisherigen festen Öffnungszeiten mit regelmäßigen Schließungen. Auch der Strandimbiss und der Spielplatz am Strand werden zu Ostern wieder ihren Betrieb aufnehmen. Die Diskussionen um das Ende des geregelten Strandbetriebs, die im vergangenen Jahr noch für Aufregung sorgten, sind mittlerweile einer gelasseneren Haltung gewichen.

Hintergrund: Das Gutachten und die marode Steganlage

Ein umfassendes Gutachten hatte im Vorjahr den Weg für die Veränderungen geebnet. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Darguns Strandbad aufgrund seiner klar abgegrenzten Anlage und der bädertypischen Ausstattung als Naturbad einzustufen sei – was eine regelmäßige Badeaufsicht erforderlich gemacht hätte. Als Alternative schlug der Gutachter die Umwandlung in eine öffentliche Badestelle vor, die nun umgesetzt wird. Ungeklärt bleibt vorerst der Umgang mit der maroden Steganlage, für die die Stadt ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben hat. Die Zeiten, in denen der Steg nur in Badekleidung betreten werden durfte, sind jedoch vorerst Geschichte.

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