Silvio Witt: Bürgerbeauftragter zieht nach 100 Tagen erste Bilanz in Mecklenburg-Vorpommern
Bürgerbeauftragter Witt zieht erste Bilanz nach 100 Tagen

Erste Bilanz des Bürgerbeauftragten: Silvio Witt nach 100 Tagen im Amt

Seit genau 100 Tagen ist Silvio Witt (47) als Bürgerbeauftragter des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Amt. Der ehemalige Oberbürgermeister von Neubrandenburg zieht nun eine erste umfassende Bilanz seiner Tätigkeit, die sich als vielschichtig und emotional herausstellt.

Vom Bürgermeister zum Bürgeranwalt: Ein nahtloser Übergang

Witt beschreibt seine ersten Eindrücke durchweg positiv. „Das Schöne war, dass ich hier ein tolles, eingespieltes Team vorgefunden habe“, erklärt er. „Es bleibt einem in dieser Funktion gar keine Chance, als gleich einzusteigen.“ Sein Amt steht allen Bürgern offen, die Anliegen gegenüber Behörden in Mecklenburg-Vorpommern haben. „Wir schicken niemanden weg“, betont Witt entschieden.

Mehr als nur ein Anwalt: Die Rolle des Vermittlers und Übersetzers

Der Bürgerbeauftragte sieht sich nicht nur als Anwalt des Volkes, sondern auch als Übersetzer, Vermittler und Diplomat. „Anwalt allein hieße ja, dass auch immer eine Entscheidung herbeigeführt wird, und wir setzen uns nur für eine Seite ein. Das ist nicht so“, erläutert Witt. Sein Team prüft stets die gesetzlichen Grundlagen und vermittelt bei menschlichen Konflikten. „Natürlich ist es ein Unterschied, wenn der Bürgerbeauftragte noch einmal anruft in einer Behörde“, so Witt.

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Breites Aufgabenspektrum: Von Grundstücksstreit bis Ausländerrecht

Die Fallzahlen variieren stark in verschiedenen Bereichen:

  • Kommunale Angelegenheiten wie Grundstücksvermessungen
  • Ausländerrecht, insbesondere lange Wartezeiten bei Einbürgerungen
  • Soziale Themen mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales als Hauptansprechpartner
  • Finanzverwaltungsprobleme und Parkausweis-Fragen

Emotionale Momente: Sprechtage mit multiplen Problemlagen

Besonders berührt haben Witt die landesweiten Sprechtage. „Da kann es emotional werden“, gesteht er. Häufig treten multiple Problemlagen auf, etwa nach Unfällen, wo Krankenversicherung, Finanzamt und andere Behörden ineinandergreifen. Hier verschafft sich sein Team einen Gesamtüberblick.

Akzeptanz und Herausforderungen: Politik versus Ministerium

Witt fühlt sich von der Landesregierung und Politik ernst genommen. „Das Amt ist etabliert“, stellt er fest. Besonders Landtagsabgeordnete zeigen großes Interesse. Als Polizeibeauftragter in Personalunion erfährt er jedoch unterschiedliche Akzeptanz: Während die Polizei kooperativ ist, sieht er das Innenministerium als weniger engagiert. „Wir sind keine Störenfriede, sondern wollen für Verständnis sorgen“, betont Witt abschließend.

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