Antisemitismus in der DDR: Vortrag in Pasewalk beleuchtet ungelöstes Kapitel der Geschichte
Antisemitismus in der DDR: Vortrag in Pasewalk

Antisemitismus bleibt aktuelle Herausforderung: Vortrag in Pasewalk

Das Kapitel des Judenhasses ist in Deutschland keineswegs abgeschlossen. Dies verdeutlicht ein bevorstehender Vortrag in der Volkshochschule Pasewalk, der sich am 14. April speziell mit Antisemitismus in der DDR auseinandersetzt. Die Veranstaltung findet um 18 Uhr in der Aula der Einrichtung am Gemeindewiesenweg 8 statt und bietet anschließend Raum für Diskussionen.

Historiker Sebastian Voigt analysiert DDR-Antifaschismus

Der Referent Sebastian Voigt, der bereits eine Publikation mit dem Titel „Der Judenhass - Eine Geschichte ohne Ende“ veröffentlicht hat, wird in seinem etwa einstündigen Vortrag kritische Fragen aufwerfen. Wie definierte die DDR eigentlich Faschismus und welche Rolle spielte dabei der Antisemitismus? Der Historiker untersucht, wie in der DDR über Nationalsozialismus, Faschismus und den Holocaust gesprochen wurde.

Dabei werden auch die Widersprüche zwischen dem antifaschistischen Selbstverständnis des Staates und dem real existierenden Antisemitismus nicht ausgespart. Voigt beleuchtet, welche Themen in der DDR ausgeblendet, relativiert oder anders gewichtet wurden als in der Bundesrepublik Deutschland.

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Judenhass als fortdauerndes Problem

Die historische Betrachtung wird in den größeren Kontext der langen Geschichte des Judenhasses eingeordnet, die weit vor 1933 begann. Die Aktualität des Themas zeigt sich angesichts des Hamas-Massakers in Israel und weltweit steigender antisemitischer Gewalt deutlich. Dies unterstreicht, dass Judenhass kein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit ist, sondern eine anhaltende gesellschaftliche Herausforderung darstellt.

Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit für Fragen und eine offene Diskussion mit Sebastian Voigt. Dabei soll auch erörtert werden, welche Lehren historische Analysen des Antisemitismus für den heutigen Umgang mit Judenhass bieten können. Die Moderation übernimmt der in Pasewalk geborene Historiker Marco Nase.

Die Veranstaltung wird von der Kreisvolkshochschule Vorpommern-Greifswald organisiert und ist für alle Interessierten kostenfrei zugänglich. Sie bietet eine wichtige Gelegenheit, sich mit einem nach wie vor brisanten Thema auseinanderzusetzen und historische Kontinuitäten zu verstehen.

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