Amtsturm Lübz: Historisches Wahrzeichen und Brauerei-Symbol in Mecklenburg-Vorpommern
Bei Bierliebhabern löst der Name Lübz sofort Assoziationen aus, denn in diesem malerischen Städtchen im Landkreis Ludwigslust-Parchim hat eine der renommiertesten Brauereien Mecklenburg-Vorpommerns ihren Sitz. Doch neben dem berühmten Pils ist es vor allem ein historischer Turm, der die Hauptattraktion der Stadt darstellt und Besucher aus der ganzen Region anzieht.
Ein Wahrzeichen mit langer Geschichte
Der Amtsturm ist das bedeutendste Wahrzeichen von Lübz und blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1306 reicht. Das imposante Bauwerk im Zentrum der Stadt wurde von 1306 bis 1308 durch die Markgrafen Otto und Hermann von Brandenburg errichtet und stellt heute einen der am besten erhaltenen Wehrtürme in ganz Deutschland dar. Als einziger erhaltener Rest der ehemaligen Lübzer Eldenburg zeugt der spätromanische Turm von der reichen Vergangenheit der Region.
Seit dem 17. Oktober 1976 beherbergt der Amtsturm das Stadtmuseum von Lübz, das sich über die vier Ebenen des Turmes sowie vier weitere Räume im historischen Amtshaus erstreckt. Besucher können hier nicht nur das originale Uhrwerk von 1856 bewundern, sondern auch zahlreiche interessante Exponate zur Stadtgeschichte entdecken.
Die Verbindung zur Lübzer Brauerei
Besonders spannend ist die enge Verbindung zwischen dem Amtsturm und der berühmten Lübzer Brauerei. Über viele Jahrzehnte hinweg diente der Turm als Firmenzeichen der Brauerei und zierte Bierflaschen, Werbeanzeigen und Verpackungen. Erst vor zwei Jahren entschied sich das Unternehmen für einen Wechsel des Logos und setzt seitdem auf einen Leuchtturm als neues Werbesymbol.
Im Stadtmuseum dokumentiert eine eigene Ausstellungsebene die Geschichte der 1877 gegründeten Brauerei. Hier sind unter anderem alte Bierflaschen mit dem ehemaligen Amtsturm-Logo zu sehen, die an die lange Tradition erinnern. Die Lübzer Brauerei beschäftigt heute rund 200 Mitarbeiter und produziert jährlich über eine Million Hektoliter Bier und Biergetränke.
Historische Bedeutung und architektonische Besonderheiten
Die zum Schloss umgebaute Burg diente von 1547 bis 1634 als herzoglicher Witwensitz, wobei Herzogin Sophie (1569-1634) die letzte Regentin im Schloss war. Nach ihrem Tod verfiel das Gebäude allmählich und wurde zwischen 1691 und 1706 größtenteils abgerissen. Der Amtsturm blieb als letzter Zeuge dieser bedeutenden Epoche erhalten.
Was den Museumsbesuch besonders macht, sind die authentischen architektonischen Elemente wie die schmale Wendeltreppe und das bereits erwähnte Originaluhrwerk von 1856. Diese Details vermitteln Besuchern ein lebendiges Gefühl für die Geschichte des Bauwerks und seiner Bewohner.
Lübz: Eine romantische Stadt an der Elde
Das malerisch an der Elde gelegene Städtchen Lübz besticht durch seine romantische Atmosphäre und den gut erhaltenen historischen Stadtkern. Der Name der Stadt geht auf slawische Ursprünge zurück und entwickelte sich im Laufe der Zeit von „Lubyze“ über „Lubisse“ zum heutigen Lübz. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1308 mit dem Bau der Eldenburg, während die Stadtrechte vermutlich um 1456 verliehen wurden.
Neben dem Amtsturm und dem Stadtmuseum verfügt Lübz über weitere technische Denkmäler und sogar ein eigenes Planetarium. Die Geschlossenheit und der authentische historische Grundriss der Altstadt verleihen dem Ort seinen besonderen Charme und machen ihn zu einem lohnenswerten Ausflugsziel in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Stadt an der Müritz-Elde-Wasserstraße – so die offizielle Bezeichnung des Fließgewässers – blickt auf eine mehr als 700-jährige Geschichte zurück und bietet Besuchern eine gelungene Mischung aus historischer Bedeutung, architektonischen Schätzen und regionaler Brauereitradition.



