Wegner drängt auf Verlängerung des Tankrabatts: „Brauchen nachhaltige Lösungen“
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sich deutlich für eine Verlängerung des geplanten Tankrabatts ausgesprochen. In einem Interview mit dem RBB-Inforadio betonte der CDU-Politiker, dass die von der Bundesregierung beschlossene zweimonatige Steuersenkung auf Diesel und Benzin nicht ausreichen werde, um die Bevölkerung nachhaltig zu entlasten.
„Preisspirale sucht seinesgleichen“
„Wir erleben derzeit eine Preisspirale an den Tankstellen, die seinesgleichen sucht“, erklärte Wegner mit Nachdruck. Selbst wenn sich die angespannte Lage im Nahen Osten beruhigen sollte, werde es längere Zeit dauern, bis die Preise an den Tankstellen deutlich unter die Zwei-Euro-Marke fallen. „Viele Leute wissen nicht mehr, wie sie das bezahlen sollen“, fügte der Bürgermeister besorgt hinzu.
Die Auswirkungen der hohen Spritpreise seien weitreichend und beträfen nicht nur Autofahrerinnen und Autofahrer, sondern auch das Taxigewerbe und zahlreiche Handwerksbetriebe. Deshalb brauche es dringend wirksame Entlastungsmaßnahmen, die über einen kurzen Zeitraum hinausgehen.
Koalitionspläne: Steuersenkung für zwei Monate
Nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung sollen die Steuern auf Diesel und Benzin befristet für zwei Monate um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt werden. Laut dem vorliegenden Gesetzentwurf sollen die reduzierten Steuersätze vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 gelten.
Wegner bewertet diesen Schritt zwar als richtungsweisend, betont jedoch, dass es sich dabei nur um einen ersten Ansatz handeln könne. „Und deswegen glaube ich nicht, dass diese Entlastung nur für zwei Monate gelten kann, sondern dass die sehr, sehr schnell verlängert werden muss“, forderte der Berliner Bürgermeister entschieden.
Vorbild Nachbarländer: Spritpreisdeckel als Option
Als mögliche ergänzende Maßnahme schlug Wegner die Einführung eines „Spritpreisdeckels“ mit einer Obergrenze für den Spritpreis vor. „In Polen funktioniert das, in Belgien funktioniert das“, argumentierte er und verwies darauf, dass in diesen Nachbarländern die Preise nicht so stark explodiert seien wie in Deutschland.
Der Berliner Regierungschef unterstrich abschließend die Dringlichkeit des Themas: „Wir brauchen nachhaltige Lösungen“, um die Bevölkerung und die Wirtschaft langfristig vor den Folgen der hohen Energiepreise zu schützen.



