Spektakulärer Rutschwettbewerb in Templin: Gelbe Bahn gesperrt, schwarze Röhre schreibt Geschichte
Die 7. Brandenburgische Rutschmeisterschaft in der NaturTherme Templin entwickelte sich zu einem unerwarteten Spektakel. Kurz vor Beginn des Wettbewerbs mussten die Organisatoren die gelbe Turborutsche sperren, nachdem ein Riss entdeckt wurde. Für 43 angemeldete Teilnehmer bedeutete dies eine plötzliche Umstellung auf die schwarze Rutsche, die bisher noch nie bei einem Wettbewerb zum Einsatz gekommen war.
Profiteur der Umstände: Mike Ryberg nutzt Zufallsvorteil
Mike Ryberg aus Berlin konnte sein Glück kaum fassen. „Das war reiner Zufall“, erklärte der junge Mann, der genau auf der schwarzen Röhre am Dienstag vor dem Wettbewerb noch trainieren musste, weil die gelbe Bahn bereits gesperrt war. „So wusste ich, in welchen Ecken man ungefähr wann einbiegen soll.“ Dieses Wissen zahlte sich aus: Mit einer sensationellen Zeit von 13,89 Sekunden holte er nicht nur den Bahnrekord auf der schwarzen Rutsche, sondern gewann auch die Kategorie der Profimänner.
Ein Rekord für die Ewigkeit auf letzter Fahrt
Thermenchef Markus Nengel, der selbst aus der Feldberger Seenlandschaft stammt und seit 2003 die Therme leitet, kommentierte den Rekord mit den Worten: „Das ist ein Rekord für die Ewigkeit.“ Die schwarze Rutsche wird nach diesem Wettbewerb nicht mehr für weitere Veranstaltungen zur Verfügung stehen, da sie – wie auch die gelbe Rutsche – im Sommer abgebaut wird. „Ab August bauen wir neue Rutschen ein, und nächstes Jahr beginnen wir das Ganze wieder von vorn“, erklärte Nengel, der sich erstmals selbst unter die Teilnehmer mischte und den elften Platz belegte.
Technik und Leidenschaft: Die Geheimnisse schnellen Rutschens
Kevin Eickmann (31), der extra vier Stunden aus Hannover angereist war, verriet das Geheimnis hinter einer schnellen Rutschpartie: „Am schnellsten rutscht man die Rutsche in der Dreipunkttechnik: auf den Schultern und auf der Ferse, den Po hoch, damit er die Bahn nicht berührt. Man benötigt Körperspannung, und für mich persönlich ist der Start am wichtigsten.“ Der zweifache frühere Gewinner belegte diesmal Platz 7 unter den Profis.
Überraschungen und Titelverteidigung
Nach der ersten Runde überraschte Tom (25) aus Berlin sich selbst mit einer Zeit von 14,36 Sekunden. „In den letzten paar Wochen und Monaten habe ich nicht wirklich trainiert“, gab der Titelverteidiger der brandenburgischen Meisterschaft zu, der am Ende Platz 4 belegte. Jörg Krüger, einer der Organisatoren, zeigte sich nach seinem ersten Lauf mit 14,70 Sekunden unzufrieden, verbesserte sich aber in den folgenden Durchgängen auf 14,16 Sekunden und sicherte sich damit Platz 3.
Frauenpower und Qualifikation für das große Finale
Sieben Frauen stellten sich dem Wettbewerb, darunter Jeannette Hermann aus Ludwigshafen am Rhein. Die 30-jährige Karrierecoacherin rutschte mit Zeiten zwischen 16,43 und 16,74 Sekunden auf den ersten Platz und entdeckte, wie sie erzählt, im Wettrutschen eine neue Leidenschaft. Die ersten drei Platzierten jeder Wertungsklasse haben sich für das große Finale Ende des Jahres in Lauterberg qualifiziert.
Mike Ryberg bleibt seiner „Heimatbahn“ in Templin treu, um dort weiter zu trainieren. „Ich komme zwar aus Berlin, aber ich finde die Location und die cool; sie hat schön viel Speed“, schwärmte der Sieger. Der nächste Wettbewerb findet bereits am 2. Mai in der AHOI Rügen Bade- und Erlebniswelt statt, wo die 1. Rügener Rutschmeisterschaft ausgetragen wird.



