Bahnverkehr in Brandenburg und Berlin: RE3 verliert Direktverbindung nach Schwedt, Bauarbeiten belasten Pendler
Für Pendler in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stehen erhebliche Veränderungen im Bahnverkehr bevor. Die größte Stadt der Uckermark, Schwedt, verliert ab dem 13. Dezember ihren direkten Bahnanschluss nach Berlin. Dies bestätigte Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) am Mittwoch gegenüber unserer Redaktion. Alle Züge der Regionalexpresslinie RE3 werden dann stündlich über Prenzlau direkt nach Stralsund fahren.
Bauarbeiten auf Berliner Stadtbahn reduzieren Zugangebot
Parallel dazu müssen sich Pendler, die mit dem Zug in die Berliner Innenstadt fahren, auf neue Einschränkungen einstellen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wird ab dem 14. Juni die Berliner Stadtbahn, die wichtige Ost-West-Strecke zwischen den Bahnhöfen Charlottenburg und Ostbahnhof, für den Zugverkehr gesperrt. Diese Maßnahme betrifft auch Züge, die von Hamburg über Mecklenburg-Vorpommern und die Prignitz nach Berlin verkehren.
Konkret bedeutet dies:
- Alle zwei Stunden fährt ein Zug weniger in die Hauptstadt.
- Der wichtige Umsteigepunkt Berlin-Spandau entfällt für ein halbes Jahr.
- Intercity-Züge von Rostock nach Dresden werden über das Berliner Ostkreuz umgeleitet.
Zumindest für Pendler aus dem Nordosten halten sich die Auswirkungen in Grenzen, da die Züge aus Hamburg und Vorpommern im Tiefgeschoss des Berliner Hauptbahnhofs ankommen.
Verkehrsminister fordert Einhaltung des Zeitplans
Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit monatelangen Verzögerungen bei der Generalsanierung zwischen Berlin und Hamburg forderte Verkehrsminister Crumbach die Deutsche Bahn auf, die Bauarbeiten auf der Berliner Stadtbahn im avisierten Zeitplan zu erledigen. Von diesen Arbeiten ist auch der stark genutzte Regionalexpress RE1 betroffen, der von Magdeburg und Brandenburg an der Havel über Potsdam und Berlin nach Frankfurt an der Oder fährt.
„Es darf keine Verzögerung geben, schon gar nicht dürfen solche in einer Art Salamitaktik bekannt gegeben werden“, betonte Crumbach. Der RE1 war in diesem Jahr aufgrund diverser Bauarbeiten streng genommen fast nie planmäßig unterwegs.
Prenzlau profitiert von verbesserten Verbindungen
Positiv äußerte sich der Verkehrsminister über die Veränderungen in der Uckermark. Dort werde der RE3 deutlich gestärkt. „Prenzlau erhält einen stündlichen Anschluss in Richtung Stralsund und Ostseeküste, zugleich bleiben die Verbindungen nach Angermünde und Berlin gut erreichbar“, erklärte Crumbach.
Auch aus Jüterbog und Lutherstadt Wittenberg bestehen künftig stündliche, durchgehende Reisemöglichkeiten nach Berlin und weiter in den Norden. Schwedt bleibe – mit Umsteigen in Angermünde – weiter gut an Berlin angebunden. „Künftig zwar mit einem zusätzlichen Umstieg, aber aufgrund der gleichbleibenden Taktung nicht schlechter angebunden“, so der Minister.
CDU kritisiert zusätzliche Belastungen für Pendler
Die CDU-Verkehrspolitikerin Nicole Walter-Mundt forderte unterdessen mehr Verlässlichkeit im Nahverkehr. „Für viele Berufspendlerinnen und Pendler aus Brandenburg, die täglich nach Berlin einpendeln, bedeuten die angekündigten Bauarbeiten der Deutschen Bahn vor allem eines: zusätzliche Belastung im Alltag“, sagte Walter-Mundt.
Längere Fahrzeiten, mehr Umstiege und eine insgesamt höhere Störanfälligkeit der Verbindungen treffen genau diejenigen, die ohnehin jeden Tag einen erheblichen Zeitaufwand auf sich nehmen. Gerade die gewohnten Direktverbindungen durch die Berliner Innenstadt fielen weg, was Pendler unmittelbar spürten.
„Bei allem Verständnis für notwendige Investitionen in die Infrastruktur muss klar sein: Pendler brauchen vor allem Verlässlichkeit“, betonte Walter-Mundt. Nur wenn Verbindungen stabil, planbar und möglichst direkt sind, werde der öffentliche Nahverkehr als echte Alternative zum Auto wahrgenommen. „Denn ein zukunftsfähiges und leistungsstarkes Schienennetz muss auch im Alltag funktionieren.“



