Hubschrauber erkunden eiszeitliche Rinnen in Südbrandenburg mit Elektromagnetik-Sonde
Hubschrauber erkunden eiszeitliche Rinnen in Südbrandenburg

Hubschrauber erkunden eiszeitliche Rinnen in Südbrandenburg mit Elektromagnetik-Sonde

Im südlichen Brandenburg bei Elsterwerda führen Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) derzeit spektakuläre Messflüge durch. Ein Hubschrauber im Tiefflug zieht dabei eine zehn Meter lange Elektromagnetik-Sonde über den Boden, um den geologischen Untergrund zu untersuchen. Diese einzigartige Methode soll wichtige Erkenntnisse über den Verlauf eiszeitlicher Rinnen liefern, die für den Grundwassertransport von großer Bedeutung sind.

Forschungsprojekt zur Erkundung geologischer Strukturen

Die Messflüge finden vom 16. bis 21. April im Landkreis Elbe-Elster statt, nördlich und östlich von Elsterwerda. Gestartet wird jeweils vom Flugplatz Riesa-Göhlis in Sachsen aus. Der Hubschrauber fliegt in einer Höhe von etwa 40 Metern und schleppt die spezielle Sonde über den Grund. Dabei sendet die Sonde Radiowellen in verschiedenen Frequenzbereichen in den Untergrund. Aus den wieder empfangenen Bodensignalen können die Forscher dann Rückschlüsse auf die Existenz und den Verlauf der sogenannten glazialen Rinnen ziehen.

Thomas Hiller, Wissenschaftler bei der BGR, erklärt die Bedeutung dieser Untersuchungen: „Es ist wichtig zu wissen, wo fließt das Grundwasser hin und wie schnell tut es das. Die eiszeitlichen Rinnen spielen dabei eine entscheidende Rolle, da sie den Transport des Wassers im Untergrund maßgeblich beeinflussen.“ Diese während der Eiszeit entstandenen Formen sind nicht nur geologisch interessant, sondern haben auch praktische Relevanz für die Wasserversorgung und Umweltplanung.

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Hintergrund und Ziele der Untersuchungen

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe mit Hauptsitz in Hannover und einer Außenstelle in Cottbus führt diese Messflüge im Rahmen eines Forschungsprojekts über Bergbaufolgen durch. Die gewonnenen Daten sollen helfen, die geologischen Strukturen in der Region besser zu verstehen und mögliche Auswirkungen auf das Grundwasser zu bewerten. Die Untersuchungen konzentrieren sich dabei besonders auf die Erkundung der eiszeitlichen Rinnen, die durch Schmelzwasser entstanden sind und heute als wichtige Leitbahnen für den Grundwasserfluss dienen.

Die Methode der elektromagnetischen Erkundung aus der Luft hat den Vorteil, dass große Gebiete in relativ kurzer Zeit untersucht werden können, ohne dass aufwändige Bohrungen oder Grabungen notwendig sind. Dies macht sie besonders effizient für die großflächige Erforschung des Untergrunds. Die Ergebnisse der Messflüge werden in die weitere Forschung einfließen und dazu beitragen, ein genaueres Bild der geologischen Verhältnisse in Südbrandenburg zu zeichnen.

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