Bahn prüft zweite Direktverbindung Berlin-Paris ab 2028 bei hoher Nachfrage
Die Deutsche Bahn erwägt angesichts überaus positiver Fahrgastzahlen die Einführung einer zweiten täglichen Direktverbindung zwischen Berlin und Paris ab dem Jahr 2028. Michael Peterson, im Vorstand der Deutschen Bahn für den Fernverkehr verantwortlich, bestätigte gegenüber der „Berliner Zeitung“, dass Gespräche mit dem französischen Partner SNCF über ein zusätzliches Zugpaar aufgenommen wurden.
Hohe Auslastung als Treiber für Erweiterung
„Der ICE nach Paris ist ein großer Erfolg, die Auslastung beträgt mehr als 80 Prozent“, erklärte Peterson. Die Direktverbindungen zwischen den beiden Hauptstädten existieren seit Ende 2024 und haben die Erwartungen deutlich übertroffen. Ursprünglich gingen die Planer davon aus, dass etwa die Hälfte der Reisenden die gesamte Distanz von Berlin nach Paris mit dem Zug zurücklegen würde. Tatsächlich nutzen im Durchschnitt 75 Prozent der Passagiere die komplette Strecke ohne Umstieg.
Ausbau der Bahnverbindungen nach Italien geplant
Parallel zu den Überlegungen für die Paris-Verbindung arbeitet die Deutsche Bahn gemeinsam mit Partnern an der Erweiterung des internationalen Schienennetzes in Richtung Italien. In Kooperation mit der italienischen Bahn Trenitalia und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sollen die Verbindungen zwischen Deutschland und Italien deutlich ausgebaut werden.
„Ziel ist, 2027 zwischen München, Mailand und Rom zu starten“, so Peterson. „Dann soll es von Neapel nach München und später weiter nach Berlin gehen.“ Falls alle Planungsschritte erfolgreich verlaufen, könnten ab 2029 auch Berlinerinnen und Berliner tagsüber ohne Umsteigen direkt nach Italien reisen.
Skepsis bei Direktverbindung nach London
Deutlich zurückhaltender äußerte sich der Bahn-Manager zu einer möglichen Direktverbindung von Berlin nach London. „Es dürfte schwierig werden, eine praktikable Lösung für die Zoll- und Sicherheitskontrollen zu finden“, sagte er. Die Kontrollen müssten bereits in Berlin stattfinden, damit der Zug nonstop auf die Insel fahren könnte.
Zudem wären für solche Verbindungen teure Zulassungsverfahren für die Zugmodelle notwendig, die schnell dreistellige Millionenbeträge kosten könnten. Diese hohen Investitionen und die komplexen bürokratischen Hürden stellen aktuell erhebliche Hindernisse für eine Realisierung dar.
Die Pläne der Deutschen Bahn zeigen das wachsende Engagement für den internationalen Schienenverkehr in Europa. Mit der möglichen zweiten Verbindung nach Paris und den Ausbauplänen für Italien reagiert das Unternehmen auf die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen und komfortablen Reisemöglichkeiten über Landesgrenzen hinweg.



