Osterhasen-Protest gegen nächtliche Schließung des Görlitzer Parks in Berlin
Osterhasen protestieren gegen Görlitzer Park-Schließung

Osterhasen-Protest gegen nächtliche Schließung des Görlitzer Parks in Berlin

Der Protest gegen die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg hat eine ungewöhnliche und kreative Facette erhalten. Eine selbst ernannte „Gewerkschaft der Osterhasen“ (GdO) hat nach eigenen Angaben am Ostersonntag Schokoladenhasen mit sogenannten „Görli-Schlüsseln“ an Besucherinnen und Besucher der beliebten Grünanlage verteilt. Diese Aktion fügt sich in eine Reihe von Protesten ein, die sich gegen die seit etwa fünf Wochen geltende nächtliche Schließung des Parks richten.

Kreativer Widerstand mit Schokolade und Symbolik

Bei Instagram wurde ein Video veröffentlicht, das zwei Personen mit Hasenmasken beziehungsweise Hasenkappen zeigt, wie sie im Park Schokofiguren verteilen. An jedem Hals dieser Schokoladenhasen hängt ein kleiner Schlüssel. Die Polizei bestätigte, dass das Video bekannt sei und überprüft werde. In einer Mitteilung der Aktivisten, über die mehrere Medien berichteten, erklärten die Osterhasen ihre Motivation: „Osterhasen seien nicht begeistert über den neuen Zaun, weil er das Ostereier-Verstecken erschwere.“ Sie fügten hinzu: „Deshalb haben wir am Ostersonntag eine Überraschung dabei gehabt und Schokohasen mit Görli-Schlüssel an Parkbesucher:innen verteilt, damit endlich wieder alle Mensch- und Tierwesen jederzeit Zugang zum Görli haben.“ Laut den Angaben handelt es sich bei den verteilten Schlüsseln um Kopien eines Universalschlüssels, der angeblich alle funktionierenden Schlösser an den neu installierten Toren rund um den Görlitzer Park öffnen lassen soll.

Langanhaltender Streit um die Park-Schließung

Der Görlitzer Park wird nach jahrelangen hitzigen Debatten seit Anfang März jeden Abend pünktlich um 22.00 Uhr geschlossen. Für diese Maßnahme wurden insgesamt 16 Eingangstore errichtet. Der Berliner Senat, eine Koalition aus CDU und SPD, hatte die Schließung bereits im Jahr 2023 beschlossen, um den ausgeuferten Drogenhandel und weitere kriminelle Aktivitäten in dem Park wirksam einzudämmen. Nach dem Sommer sollen die Auswirkungen dieser nächtlichen Schließung in einer umfassenden wissenschaftlichen Studie detailliert untersucht werden, um mögliche Anpassungen vornehmen zu können.

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Juristische Auseinandersetzungen und weitere Proteste

Das Bündnis „Görli zaunfrei“ geht parallel zu den kreativen Protestaktionen auch juristisch gegen die Schließung vor. Beim Berliner Verwaltungsgericht wurde bereits eine Klage eingereicht, zudem wurde ein sogenannter Eilantrag gegen die Allgemeinverfügung vom Februar gestellt, mit der der Senat die neuen Öffnungszeiten des Parks offiziell festlegte. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin ist derzeit noch offen, wann im Eilverfahren mit einer ersten Entscheidung zu rechnen ist. Das eigentliche Hauptverfahren einer solchen gerichtlichen Auseinandersetzung könnte sich voraussichtlich über mehr als ein Jahr hinziehen, was den Konflikt weiter verschärft.

Die Osterhasen-Aktion unterstreicht, dass der Widerstand gegen die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks nicht nachlässt, sondern sich ständig in neuen und originellen Formen manifestiert. Während die Behörden auf Sicherheit und Ordnung pochen, betonen die Aktivisten das Recht auf freien Zugang zu öffentlichen Grünflächen und die Bedeutung des Parks für die Gemeinschaft. Diese kontroverse Debatte spiegelt die Spannungen wider, die in vielen Großstädten zwischen Sicherheitsbedürfnissen und Freiheitsrechten bestehen.

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