In München entstehen über 1000 neue günstige Wohnungen für Studierende. Die Sanierung der Studentenstadt in Freimann schreitet zügig voran. Bis Ende 2027 soll Haus 12 mit 405 Apartments fertig sein, bis Ende 2028 folgt Haus 9 mit 620 Wohnungen. Die Kosten belaufen sich auf 151 Millionen Euro, getragen von der staatlichen Bayernheim.
Sanierung in Rekordzeit
Bildungsminister Markus Blume (CSU) betonte, dass der Freistaat eigentlich nicht zuständig sei, da das Studierendenwerk unabhängig arbeite. Doch die Sanierung habe dessen Möglichkeiten überschritten. Man habe sich nicht abfinden wollen und saniere nun in Rekordzeit. Die Bäder werden in Tetris-Manier eingehoben, komplett mit Mobiliar. Die Konstruktion stammt aus dem Schiffsbau.
Wermutstropfen: Keine Balkone
Künftige Bewohner von Haus 12 müssen auf Balkone verzichten. Dafür werden die Wohnungen knapp vier Quadratmeter größer. Baunova-Chefin Kristina Frank erklärte, es gebe genug Freiflächen und die Balkone seien kaum nutzbar gewesen. Die Kaltmiete bleibt bei rund 300 Euro im Monat, mit einer Belegungsbindung von 40 Jahren. Bauminister Bernreiter nannte dies sensationell für München.
Dreisprung der Maßnahmen
Blume sprach von einem Dreisprung: Neben der Sanierung der Häuser 9 und 12 gibt es ein Sofortprogramm für die Altstadt mit 4,5 Millionen Euro. Der dritte Teil ist eine Nachverdichtung der Studentenstadt, etwa durch ein Stelzenhaus über dem Busbahnhof. Eine Machbarkeitsstudie soll folgen.
Kritik der Studenten
Die Studenten sehen die Infrastruktur nicht nur saniert, sondern fordern auch mehr Leben. In einem offenen Brief an Blume, Bernreiter, die Universitäten und das Studierendenwerk kritisieren sie den schlechten Zustand vieler Gebäude, den Mangel an Wohnraum und den Abbau demokratischer Strukturen. Sie fordern längere Mietlaufzeiten, mehr Selbstverwaltung und die Stärkung der Bewohnervertretungen.
Die Häuser 9 und 12 standen seit einem Kellerbrand im März 2021 leer, bei dem eine junge Frau starb. Nun sollen sie wieder mit Leben gefüllt werden.



