Petzl warnt: Lebensgefahr durch defekte Klettergurte - Sichtcheck dringend erforderlich
Lebensgefahr: Klettergurte könnten sich ungewollt öffnen

Bergsportausrüster warnt vor lebensbedrohlichen Defekten bei Klettergurten

Ein renommierter Hersteller von Bergsportausrüstung hat eine dringende Sicherheitswarnung für mehrere seiner Klettergurte veröffentlicht. Der französische Spezialist Petzl, bekannt für hochwertige Ausrüstung zum Bergsteigen, Klettern und Höhlenforschen, ruft alle Kunden zu einem umgehenden Sichtcheck ihrer Gurte auf. Grund sind potenziell tödliche Konstruktionsmängel, die bei Belastung zum ungewollten Öffnen der Sicherheitsgurte führen können.

Betroffene Modelle und konkrete Gefahren

Die Sicherheitswarnung betrifft konkret die Klettergurt-Modelle SIMBA CLIMBING, SIMBA PARK sowie SWAN EASYFIT STEEL und SWAN EASYFIT STAINLESS. Bei einigen dieser Produkte wurde das Fehlen einer sicherheitsrelevanten Niete in der FAST LT PIN‑LOCK‑Schnalle festgestellt. „Ein korrekter Verschluss eines Gurtes gewährleistet den vorgesehenen Halt des Körpers im Gurt und den Kraftfluss unter Belastung“, erklärt Julius Kerscher vom Ressort Sportentwicklung und Sicherheitsforschung des Deutschen Alpenvereins (DAV). Fehlt diese Niete, kann sich der gesamte Klettergurt unter Belastung unkontrolliert öffnen – mit lebensbedrohlichen Konsequenzen für den Nutzer.

So führen Sie den lebenswichtigen Sichtcheck durch

Die FAST LT-Schnalle befindet sich bei allen betroffenen Gurten auf der Rückseite. Zur Überprüfung müssen Kletterer folgende Schritte durchführen:

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  1. Den Gurt genau inspizieren und die FAST LT-Schnalle lokalisieren
  2. Prüfen, ob sich sowohl oben als auch unten eine Niete in der Schnalle befindet
  3. Bei fehlender Niete den Gurt sofort aus dem Verkehr ziehen und nicht mehr verwenden

Petzl warnt ausdrücklich davor, die betroffenen Gurte ohne diese Überprüfung weiter zu nutzen. Defekte Produkte können direkt beim Hersteller zurückgegeben werden. Die Modelle SWAN FREEFALL STEEL und STAINLESS sind von diesem speziellen Problem nicht betroffen.

Weitere Sicherheitsprobleme bei anderen Gurtmodellen

Neben den Problemen mit den FAST LT-Schnallen hat Petzl eine weitere Sicherheitswarnung für die Gurtmodelle ASTRO und CANYON GUIDE veröffentlicht. Betroffen sind hier Produkte mit Seriennummern unter 23J 9999999 999. Bei diesen Gurten kann es am vorderen D‑Ring zu einem frühzeitigen Verschleiß der Schrauben kommen, was im Ernstfall zum Versagen des gesamten Gurtsystems führen kann.

Der Hersteller rät betroffenen Nutzern dringend:

  • Den D‑Ring durch ein kostenloses Ersatzkit austauschen zu lassen
  • Den Gurt bis zur Reparatur nicht zu verwenden
  • Neuere Versionen ab Produktionsjahr 2025 sind von diesem Problem nicht betroffen

Experten raten zu größter Vorsicht

Julius Kerscher vom Deutschen Alpenverein betont die Ernsthaftigkeit der Situation: „Da ein Versagen von Gurtverschlüssen schwere bis tödliche Verletzungen zur Folge haben kann, werden seitens des Alpenvereins solche Sicherheitswarnungen von Herstellern im Sinne der Prävention geteilt.“ Der DAV unterstützt daher den Aufruf von Petzl und empfiehlt allen Bergsportlern, die Hinweise des Herstellers unbedingt ernst zu nehmen und umgehend die vorgeschriebenen Kontrollen durchzuführen.

Die Sicherheitswarnung unterstreicht, wie wichtig regelmäßige Equipment-Checks im Bergsport sind. Selbst bei Produkten renommierter Hersteller können Konstruktionsfehler oder Materialprobleme auftreten, die bei der dynamischen Belastung beim Klettern oder Bergsteigen katastrophale Folgen haben können. Petzl zeigt mit der transparenten Kommunikation der Probleme Verantwortungsbewusstsein, doch letztlich liegt es an jedem einzelnen Nutzer, seine Ausrüstung vor jedem Einsatz gewissenhaft zu überprüfen.

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