Ueckermünde im Ausnahmezustand: Schüsse auf Bürgermeisterkandidaten? Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags
Ueckermünde: Schüsse auf Bürgermeisterkandidat? Polizei ermittelt

Kleinstadt Ueckermünde unter Schock: Schüsse auf Bürgermeisterkandidaten?

Die beschauliche Kleinstadt Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern mit ihren rund 8.800 Einwohnern befindet sich in einem beispiellosen Ausnahmezustand. Nur wenige Wochen vor der entscheidenden Bürgermeisterwahl am 12. April überschatten schwere Vorwürfe und bedrohliche Vorfälle den demokratischen Prozess. Die Kriminalpolizeiinspektion Anklam hat Ermittlungen wegen versuchten Totschlags aufgenommen, nachdem ein aufmerksamer Anwohner am vergangenen Sonnabendabend zwei verdächtige Knallgeräusche vor dem Wohnhaus eines Bürgermeisterkandidaten vernommen hatte.

Polizei hält Details unter Verschluss

Die Polizeibehörden halten sich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes bedeckt, welcher der sieben Kandidaten konkret betroffen war. Laut vertrauenswürdigen Informationen des regionalen Mediums „Nordkurier“ soll es sich jedoch um den parteilosen Bewerber Meik von Deetzen handeln. Der Kandidat selbst wollte sich gegenüber Journalisten nicht weiter zu den Vorfällen äußern, was die angespannte Atmosphäre in der Vorpommern-Gemeinde zusätzlich verschärft.

Ob tatsächlich Schusswaffen zum Einsatz kamen, bleibt bisher ungeklärt. Die Ermittler prüfen intensiv alle möglichen Hintergründe, wobei ein politisches Motiv im Raum steht. Die Situation eskalierte weiter, als am darauffolgenden Sonntag während einer Wahlkampfveranstaltung vor einem örtlichen Kino ein Stein die Seitenscheibe eines Streifenwagens durchschlug. Zwei Polizeibeamte, die zur Absicherung der Veranstaltung im Fahrzeug saßen, blieben glücklicherweise unverletzt.

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Serie von Angriffen auf Kandidaten

Bereits in den vergangenen Monaten hatte es eine besorgniserregende Serie von Angriffen auf den ebenfalls parteilosen Bürgermeisterkandidaten Karsten Berndt gegeben. Im Januar wurden zunächst die Scheiben seines Bürgerbüros am Ueckermünder Marktplatz eingeschlagen, was einen Sachschaden von etwa 5.000 Euro verursachte. Nur wenige Tage später entdeckte der 60-jährige Politiker Brandspuren und Glasscherben vor seinem privaten Wohnhaus. Die Ermittler prüfen, ob in der Nacht zum 25. Januar ein Brandsatz auf das Gebäude geworfen wurde.

Anfang März folgte der nächste Vorfall: Unbekannte Täter zerstachen die Autoreifen des engagierten Kommunalpolitikers. Berndt äußerte gegenüber regionalen Medien die Vermutung, dass jemand versuche, ihn politisch unter Druck zu setzen und von seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt abzubringen. Trotz teilweise heftiger Auseinandersetzungen in der Stadtvertretung betonte er jedoch, keine persönlichen Feinde zu haben und niemanden konkret zu verdächtigen.

Ermittlungen erreichen Spitzen der Kommunalpolitik

In der vergangenen Woche weiteten sich die polizeilichen Ermittlungen auf die höchsten Ebenen der Ueckermünder Kommunalpolitik aus. Die Beamten vernahmen unter anderem:

  • Den amtierenden Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos)
  • Stadtpräsident Robert Kriewitz (Gemeinsam für Ueckermünde)
  • Einen weiteren Stadtvertreter zu den Angriffen auf Karsten Berndt

Alle drei beschuldigten Politiker wiesen die gegen sie erhobenen Vorwürfe entschieden zurück und forderten umgehend Akteneinsicht, um ihre Positionen zu untermauern. Die Wahl des Bürgermeisters am 12. April steht unter keinem guten Stern, während Angriffe auf andere Kandidaten bisher nicht bekannt geworden sind. Die Ereignisse werfen ein beunruhigendes Licht auf den Zustand der lokalen Demokratie in der idyllisch gelegenen Kleinstadt an der Uecker.

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