Tennis-Gate: Neue Recherchen belasten Kai Wegner - Zweite Lüge aufgedeckt?
Tennis-Gate: Zweite Lüge von Kai Wegner aufgedeckt?

Neue Enthüllungen im Berliner Tennis-Gate: Wegners zweite Version bröckelt

Zweieinhalb Monate nach dem verheerenden Stromausfall in Berlin, der rund hunderttausend Menschen in eisiger Kälte traf, gerät Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) erneut unter Druck. Neue Recherchen des Tagesspiegels legen nahe, dass nicht nur seine erste Darstellung des Krisentages unwahr war, sondern auch die nachfolgende Erklärung massive Ungereimtheiten aufweist.

Die erste Lüge: Tennis statt Krisenmanagement

Anfang Januar hatte Wegner zunächst behauptet, sich während des Stromausfalls in seinem „Büro zu Hause“ eingeschlossen und „den ganzen Tag am Telefon“ verbracht zu haben. Diese Darstellung erwies sich als falsch – tatsächlich spielte der Bürgermeister mittags Tennis mit seiner Lebensgefährtin, Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch (42, CDU).

Die zweite Version: Offenbar ebenfalls erfunden

Nach Bekanntwerden dieser ersten Unwahrheit präsentierte Wegner gegenüber Welt TV eine neue Erzählung: Er habe intensiv mit Krisenstäben telefoniert, Kontakt zum Kanzleramt, zur Bundesregierung, zu Stromnetz Berlin und zum Innenministerium gehalten. „Und ja, dann habe ich von 13 bis 14 Uhr Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf frei kriegen wollte“, so seine damalige Rechtfertigung.

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Doch laut den aktuellen Recherchen des Tagesspiegels scheint auch diese zweite Version frei erfunden zu sein. Die Untersuchung von Wegners Arbeitstag am 4. Januar zeigt:

  • Kurze Textnachrichten mit Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) am Morgen
  • Kontakt mit der Berliner Senatskanzlei
  • Telefonat mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (47, SPD) – die ihn zuvor mehrfach nicht erreichen konnte

Entscheidend ist jedoch: Die behaupteten Telefonate mit Stromnetz Berlin, dem Kanzleramt und dem Innenministerium haben offenbar nie stattgefunden. Damit wäre Wegners gesamte zweite Darstellung des Krisentages hinfällig.

Politische Konsequenzen für den Bürgermeister

Aus dem Berliner Rathaus gibt es bislang keine Reaktion auf diese neuen Enthüllungen. Die Vorwürfe könnten für Wegner politisch gefährlich werden. Der CDU-Politiker, der seit 2023 Regierender Bürgermeister von Berlin ist, steckt bereits in einem Umfragetief fest.

In der jüngsten INSA-Befragung liegt seine Partei zwar noch an der Spitze mit 22 Prozent, hat aber deutlich weniger Zuspruch als bei der Wahl 2023 (28,2 Prozent). Die doppelten Ungereimtheiten in seiner Darstellung des Krisenmanagements während des schwersten Stromausfalls seit Jahrzehnten könnten dieses Vertrauensdefizit weiter vergrößern.

Während in Berlin mittlerweile frühlingshafte Temperaturen herrschen und die Energieversorgung längst wiederhergestellt ist, scheint der politische Sturm um das „Tennis-Gate“ für Kai Wegner noch nicht ausgestanden zu sein. Die Frage, ob der Bürgermeister gleich zweimal in dieser Angelegenheit die Unwahrheit gesagt hat, beschäftigt weiterhin die Hauptstadtpolitik.

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