Historischer Wahlsieg: CDU beendet 35-jährige SPD-Herrschaft in Rheinland-Pfalz
Mainz – In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz hat sich am 23. März 2026 eine politische Zeitenwende vollzogen. Nach genau 35 Jahren ununterbrochener Regierungszeit der Sozialdemokraten konnte die CDU unter Führung von Gordon Schnieder (50) einen klaren Wahlsieg erringen und das traditionelle SPD-Stammland für die Union zurückgewinnen. Der frischgebackene Ministerpräsident gewährte BILD-Chefreporter Stefan Schlagenhaufer (50) noch während der Wahlparty das erste exklusive Interview.
Emotionaler Moment nach Jahrzehnten in der Opposition
Bereits um 18.10 Uhr, nur zehn Minuten nach Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen, erreichte Schnieder der Gratulationsanruf von Bundeskanzler Friedrich Merz (70). „In diesem Moment war klar: Ich habe gewonnen“, erzählt der CDU-Politiker im Gespräch mit BILD. „Ich bin 1991 in die CDU eingetreten, 35 Jahre Opposition – das ist für mich ein unwahrscheinliches Gefühl, sagen zu können: Ich habe es geschafft.“ Am Montag wird Schnieder nach Berlin fliegen und den Kanzler mit den Worten begrüßen: „Friedrich, wir beide haben es gerockt.“
Familie als Glücksbringer und persönliche Rituale
40 Minuten nach Bekanntgabe der ersten Zahlen feierte Schnieder gemeinsam mit seiner Ehefrau Diane (45) auf der Wahlparty im Raum 301 des Abgeordnetenhauses den historischen Erfolg – mit einem herzlichen Kuss für seine Lebensgefährtin. Auf die Frage, wie seine Frau damit umgehe, ihren Mann als Ministerpräsidenten künftig weniger zu sehen, antwortet Schnieder: „Ich war drei Jahre permanent unterwegs. Das wird jetzt anders aussehen. Meine Frau ist unwahrscheinlich froh, stolz und glücklich mit mir zusammen über die gewonnene Wahl.“ Seine persönlichen Glücksbringer? „Meine drei Kinder.“
Der eigentlich überzeugte Biertrinker feierte seinen Sieg mit einem typisch pfälzischen Getränk: „Trockener Riesling als Schorle, das habe ich kennengelernt, als ich 2016 ins Parlament kam und die pfälzischen Kollegen kennenlernte.“ Für BILD demonstrierte er sogar die korrekte Mischung: 0,4 Liter Wein, dann mit Wasser auffüllen – die perfekte Halbe-Liter-Schorle.
Koalitionsgespräche und erste politische Prioritäten
Während bei der CDU der Wein fließt, herrscht bei der SPD nach dem historischen Verlust Trübsal. Nach nur 5,5 Prozent in Baden-Württemberg folgte nun das Aus nach 35 Jahren in der Mainzer Staatskanzlei. Schnieder zeigt sich gegenüber der geschlagenen Konkurrenz respektvoll: „So wie wir uns freuen, schmerzt ein solches Ergebnis eine große stolze Volkspartei. Die brauchen jetzt auch mal Zeit, darüber nachzudenken, den Abend zu verdauen.“
Politisch steht bereits fest: Es wird eine schwarz-rote Koalition geben. Schnieder verrät im Interview, dass erste informelle Gespräche bereits am Wahlabend stattfanden. „Es waren schon Kollegen der SPD bei uns.“ Die offiziellen Koalitionsverhandlungen sollen nach einer kurzen Bedenkzeit beginnen. „Wir werden die nächsten Tage die Formate und die Zeit finden, miteinander zu sprechen.“
Angesichts der drängenden Probleme in Bildung, Gesundheit und Wirtschaft stellt sich die Frage nach den ersten politischen Maßnahmen. Schnieder nennt klare Prioritäten: „Unsere Schwerpunkte waren Bildung und Gesundheit. Ich bin überzeugt, ich muss ganz schnell an der Gestaltungsmöglichkeit unserer Dörfer arbeiten, dass sie finanziell eine bessere Ausstattung bekommen.“ Damit setzt der neue Ministerpräsident ein zentrales Wahlversprechen direkt um und signalisiert, dass der ländliche Raum in Rheinland-Pfalz künftig stärker im Fokus stehen wird.



