Ex-Armeechef Eisenkot fordert Netanjahu bei Israels Wahlen heraus
Ex-Armeechef Eisenkot fordert Netanjahu heraus

Gadi Eisenkot, der ehemalige Generalstabschef der israelischen Armee, hat angekündigt, bei den kommenden Wahlen als Oppositionskandidat gegen Premierminister Benjamin Netanjahu anzutreten. Der 58-Jährige, der von 2015 bis 2019 die israelischen Streitkräfte führte, bringt militärische Erfahrung und politische Ambitionen mit. Laut Umfragen könnte er Netanjahu ernsthaft gefährden.

Eisenkots militärische Karriere und politischer Aufstieg

Eisenkot diente über 40 Jahre in der israelischen Armee, beginnend als einfacher Soldat in der Fallschirmjägerbrigade. Er stieg bis zum Generalstabschef auf und leitete unter anderem die Operation „Protective Edge“ im Gazastreifen 2014. Nach seiner Pensionierung wechselte er in die Politik und schloss sich der Partei „Blau-Weiß“ von Benny Gantz an. Im April 2023 gründete er die neue Partei „Die Israelis“ („HaYisraelim“), mit der er bei der Wahl antritt.

Herausforderung für Netanjahu

Eisenkot positioniert sich als Sicherheitsexperte und wirft Netanjahu vor, die nationale Sicherheit zu vernachlässigen. „Netanjahu hat Israel in eine Krise geführt. Ich biete eine Alternative, die auf Erfahrung und Einheit basiert“, sagte Eisenkot in einem Interview. Eine Umfrage des israelischen Fernsehsenders Kan im Juni 2023 sieht Eisenkots Partei bei 14 Sitzen, während Netanjahus Likud auf 28 käme. Allerdings könnte eine Koalition aus mehreren Oppositionsparteien Netanjahu ablösen.

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Die politische Landschaft Israels

Die israelische Politik ist tief gespalten. Netanjahu steht wegen eines Korruptionsprozesses und der umstrittenen Justizreform unter Druck. Eisenkot kritisiert die Reform als „Gefahr für die Demokratie“. Er plädiert für eine Stärkung der Armee und eine diplomatische Lösung im Konflikt mit den Palästinensern. Analysten sehen in Eisenkot einen pragmatischen Kandidaten, der breite Wählerschichten ansprechen könnte.

Chancen und Hürden

Eisenkot profitiert von seinem Ruf als integrer Militärführer, aber es fehlt ihm an politischer Erfahrung. „Seine Popularität ist hoch, aber er muss zeigen, dass er auch in der Politik führen kann“, kommentiert Politikwissenschaftler Avraham Diskin. Die Wahl findet voraussichtlich im Herbst 2023 statt. Sollte Eisenkot erfolgreich sein, wäre es das erste Mal seit 2009, dass ein ehemaliger General zum Premierminister gewählt wird – nach Ariel Scharon und Ehud Barak.

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